Vergangene Vorträge 2020

Das „Freiberger Kolloquium“ ist eine Vortragsreihe des Sächsischen Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie; des Sächsischen Oberbergamtes; des Geokompe-tenzzentrum Freiberg e.V., des Sächsischen Staatsarchivs/Bergarchiv Freiberg; der TU Bergakademie Freiberg und der terra mineralia.

Donnerstag, 16. Januar 2020, 19:30 Uhr

„Was macht die Kröte hier? - Bergbau und Amphibienschutz in Sachsen“

Dr. Falk Ebersbach, Sächsisches Oberbergamt (OBA)
179. Freiberger Kolloquium, Vortragssaal der terra mineralia, Schloss Freudenstein

Viele natürliche Lebensräume von Amphibien sind bestandsbedroht und existieren kaum noch als natürliche Vorkommen. Deshalb müssen Artengemeinschaften in denen Kröten oder Lurche leben, oft mit Ersatzlebensräumen zurechtkommen. Die Reptilien- und Amphibienarten siedeln daher häufig in Steinbrüchen, Sand-, Kies- und Tongruben. Hier finden Sie wichtige Rückzugs- und Reproduktionsräume. Dabei kann es zur Entstehung von Konflikten zwischen den Tagesbaubetrieben und den Ansprüchen des Naturschutzes kommen.

Der Vortrag beleuchtet in diesem Zusammenhang die Aspekte des Bergbaus, die bisher nicht oder nur unzureichend bekannt sind. Denn der Steine- und Erdenbergbau ist einerseits mit einem unvermeidlichen Eingriff in Natur und Landschaft verbunden, bietet andererseits aber ein erhebliches Potenzial zur Aufwertung der natürlichen Lebensräume. Daher wird u. a. der Frage nachgegangen, ob Abbaustätten ein tatsächliches Potenzial als Lebensräume für bedrohte Amphibien besitzen.

Herr Dr. Falk Ebersbach, Leiter des Rechtsreferates des Sächsischen Oberbergamtes, ist zuständig für bergrechtliche Planfeststellungsverfahren und wird im Rahmen des Freiberger Kolloquiums einen Einblick geben in das Spannungsfeld zwischen Bergbau und Amphibienschutz aus Sicht der Bergbehörde.

Dr. Falk Ebersbach, Sächsisches Oberbergamt (OBA)

Dr. Falk Ebersbach, Sächsisches Oberbergamt (OBA)

Donnerstag, 27. Februar 2020, 19:30 Uhr

„Natürliche Radioaktivität - und wie der Mensch damit umgeht“

Prof. Dr. Vinzenz Brendler, Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR)
180. Freiberger Kolloquium, Vortragssaal der terra mineralia, Schloss Freudenstein

In den vergangenen Jahren wurden in den Medien wiederholt auf die möglichen Risiken radioaktiver Strahlung aus dem natürlichen Untergrund eingegangen; mit Hinweisen, wie sie gemessen und zur Minimierung gesundheitlicher Schäden eingedämmt werden kann. Eine zweite Motivation zur Beschäftigung mit der natürlichen Hintergrundaktivität sind die in jüngster Vergangenheit intensivierten Diskussionen für ein Endlager für hochradioaktive Abfälle in tiefen geologischen Formationen. Ein mögliches Wirtsgestein dafür ist das sogenannte Kristallin, mit größeren Vorkommen auch in Sachsen.

Nach einem kurzen historischen Abriss zur Radioaktivität adressiert Prof. Dr. Brendler in seinem Fachvortrag die folgenden Punkte:

  • der Bezug von Radioelementen und Isotopen zum Periodensystem der Elemente,
  • die verschiedenen Arten radioaktiver Strahlung,
  • deren Ursachen in der Natur mit dem Schwerpunkt auf den natürlichen Zerfallsreihen und den sogenannten NORMs (Natural Occurring Radioactive Matter),
  • der Bedeutung von primordialen und kosmogenen Radionukliden,
  • Anwendungsfälle natürlicher Radioaktivität und wie diese gemessen werden kann,
  • typische Strahlenexpositionen der Bevölkerung (nach Quellen und Geographie aufgeschlüsselt),
  • die gesundheitlichen Gefahren der Radioaktivität sowie abschließend
  • Möglichkeiten zur Eindämmung radioaktiver Strahlung.

Die genannten Informationen sollten auch zu einer besseren Einordnung der Sicherheitsfragen eines zukünftigen nuklearen Endlagers beitragen.