Vergangene Vorträge 2019

Das „Freiberger Kolloquium“ ist eine Vortragsreihe des Sächsischen Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie; des Sächsischen Oberbergamtes; des Geokompe-tenzzentrum Freiberg e.V., des Sächsischen Staatsarchivs/Bergarchiv Freiberg; der TU Bergakademie Freiberg und der terra mineralia.

Donnerstag, 17. Januar 2019, 19:30 Uhr

Ein erwachender Vulkan im Vogtland/Böhmen?
Befunde, offene Fragen und Konsequenzen.

Dr. Horst Kämpf, Deutsches GeoForschungsZentrum Potsdam
170. Freiberger Kolloquium, Ort: Senatssaal der TU Bergakademie Freiberg, Akademiestrasse 6.

Zwischen Marienbad und Leipzig/Halle bebt es in Tiefen von ca. 20 bis 6 km nahezu ständig. Die meisten dieser Beben haben eine Stärke (Magnitude) unterhalb von 1,5  und sind damit für den Menschen nicht spürbar. Allerdings traten in den letzten 30 Jahren in der Region rund um das südliche Vogtland und Nordwest-Böhmen auch immer wieder spürbare, mittelstarke Bebenschwärme auf, die das Interesse der Bevölkerung an den Vorgängen unter der Erde entfachten.

Dr. Kämpf erklärt in seinem Fachvortrag, was unter unseren Füßen passiert. Es werden die Herkunft von CO2-dominierten Gasen, verdeckte Magmaaktivität, Erdbebentätigkeit sowie der Vulkanismus im Zeitalter des Quartär in der Region thematisiert. Dazu werden Zeitreihenuntersuchungen präsentiert, die im Frühjahr 2000 und 2006 Anomalien aufzeigten, die als verdeckte, nicht die Erdoberfläche erreichende Magmenintrusionen (Magmeneinschlüsse) interpretiert wurden. Auch wird auf die 2007 und 2015 gemachten Entdeckungen bisher unbekannter Vulkane (Maare) quartären (Mittelpleistozänen) Alters bei Mytina/CZ und Neualbenreuth/D eingegangen.

Inwieweit passen diese Phänomene zusammen? Drohen der Region zukünftig Vulkanausbrüche? Welche offenen Fragen stellen sich der Wissenschaft und mit welchen Forschungsansätzen und Methoden sollen sie zukünftig bearbeitet und einer Lösung zugeführt werden? Welchen Beitrag in Zusammenarbeit mit Forschern könnten zukünftig Medien und Politik leisten?

Dr. Horst Kämpf ist Geologe und hat an der TU Bergakademie Freiberg studiert und promoviert.

Donnerstag, 14. Februar 2019, 19:30 Uhr

„Der Edel- und Buntmetallbergbau im meißnisch-sächsischen
Erzgebirge 1350-1470“

Dr. Ivonne Burghardt
171. Freiberger Kolloquium, Ort: Vortragssaal der terra mineralia, Schloss Freudenstein.

Wer sich eingehender mit dem Spätmittelalter beschäftigt, wird schnell den Eindruck gewinnen, dass dieses Zeitalter vorwiegend von Krisenereignissen beherrscht wurde. Aktuelle Forschungen zeigen zwar, dass diese Bewertung nicht auf alle Bereiche der wirtschaftlichen und kulturellen Entwicklung zutrifft, aber die bisherigen Untersuchungen im montanwirtschaftlichen Bereich deuten an, dass es im Laufe des 14. Jahrhunderts auch zu einem wesentlichen Rückgang der Edelmetallförderung in allen bedeutenden mitteleuropäischen Montanrevieren kam. Das Bergbaugebiet bei Freiberg machte dabei keine Ausnahme. Der genaue Zeitpunkt des Rückgangs der Bergbauaktivitäten, die Gründe sowie die weitreichenden Folgen für die gesamte wirtschaftliche Entwicklung der Region wurden von der Referentin im Rahmen einer Dissertation untersucht. Im Vortrag im Freiberger Kolloquium werden die Ergebnisse dieser Studie vorgestellt.

Abrechnung des Freiberger Münzmeisters Augustinus von Florenz über den Zeitraum vom 18. Juli 1366 bis zum 23. April 1368 © Hauptstaatsarchiv Dresden, 10004 Kopiale, Nr. 5, Bl. 42r

Donnerstag, 7. März 2019, 19:30 Uhr

„100 Jahre Lehr- und Besucherbergwerk Reiche Zeche“

Prof. Dr. Helmut Mischo, TU Bergakademie Freiberg
172. Freiberger Kolloquium, Ort: Vortragssaal der terra mineralia, Schloss Freudenstein.

2019 feiert das „Forschungs- und Lehrbergwerk“ der TU Bergakademie Freiberg sein 100-jähriges Bestehen. Es betreibt und unterhält heute mit den Schachtanlagen „Reiche Zeche“ und „Alte Elisabeth“ einen aktiven Grubenbetrieb mit einer Gesamtteufe von 230 m und einer Fläche von über 4 km². Beide Anlagen gehören zum Kern der ehemaligen für ihren Silberreichtum so berühmten „Himmelfahrt Fundgrube“.

Mit mehr als 30 untertägigen Versuchslaboratorien stellt das Bergwerk eine Lehr- und Forschungseinrichtung dar, die innerhalb der Hochschullandschaft deutschland- und europaweit einzigartig ist. Das Bergwerk wird von knapp 50 Forschungseinrichtungen und Unternehmen aus ganz Europa sowohl für teils spektakuläre Forschungsvorhaben als auch für eine Vielzahl von Ausbildungsprogrammen genutzt. Beispielhaft sei hier die weltweit größte zivil genutzte Sprengkammer oder der untertägige Versuchsstand des Biohydrometallurgische Zentrums erwähnt.

Neben der Nutzung in Forschung und Lehre steht das Bergwerk unter dem Label „Silberbergwerk“ aber auch Touristen offen. Was anfangs nur ein „Nebenprodukt“ war, erfreut sich heute bei den Gästen großer Beliebtheit und wurde bereits Anfang der 90iger Jahre mit der Gründung eines Fördervereins professionalisiert. Freuen Sie sich im Vortrag von Herrn Prof. Dr. Helmut Mischo, Wissenschaftlicher Direktor des Forschungs- und Lehrberg-werks, auf einen spannenden Bericht der wechselvollen Geschichte dieser altehrwürdigen Einrichtung und erfahren Sie, welche Themen Wissenschaftler heute bearbeiten, wie die Ausbildung der Studenten erfolgt und zeitgleich Touristen die Spuren der Altvorderen erkunden.

Donnerstag, 4. April 2019, 19:30 Uhr

„Schiefer als Spiegel der Kollision von Kontinenten –
Ein Beitrag zum Gestein des Jahres 2019“

Mario Baum, Geobüro Mario Baum, Wurzbach
173. Freiberger Kolloquium, Ort: Senatssaal der TU Bergakademie Freiberg, Akademiestrasse 6.

Schiefer ist Gestein des Jahres 2019 und kann wie kaum ein anderes Gestein Prozesse widerspiegeln, die eng mit der Plattentektonik verbunden sind.  Als wäre Zeit und Bewegung eingefroren,  kann man am Schiefer die Entwicklung nachverfolgen, die in den Tiefen der Ozeane als Sedimentablagerung begann und als höchster Gipfel eines Faltengebirges enden konnte. Schichtung, Faltung, Schieferung und Bruchtektonik sind geologische Elemente, die der interessierte und aufmerksame Besucher  mitten in Deutschland in verschiedenen Aufschlüssen im Großen  und im Kleinen entdecken kann.

Dieses Gestein, nach dem in Deutschland Gebirge benannt wurden, war und ist zugleich Quelle zahlreicher  Lagerstätten für Erzrohstoffe und Industrieminerale. Dachschiefer werden hierzulande seit der Zeit der Römer und bis heute abgebaut. Schlösser, Kirchen und ganze Orte sind mit Dachschiefer gedeckt und verleihen Gebäuden und Regionen einen eigenen Charme.

Donnerstag, 9. Mai 2019, 19:30 Uhr

Welche Erkenntnisse liefern organische Spurenstoffe im Grundwasser?

Prof. Dr. Traugott Scheytt, Lehrstuhl für Hydrogeologie und Hydrochemie, TU Bergakademie Freiberg
174. Freiberger Kolloquium, Ort: Senatssaal der TU Bergakademie Freiberg, Akademiestrasse 6.

Ein großer Teil der Weltbevölkerung deckt ihren Wasserbedarf mit Grundwasser aus Karstgrundwasserleitern, die weltweit eine bedeutende Grundwasserressource darstellen. Eine Besonderheit von Karstgrundwasserleitern ist die Entwicklung ausgedehnter unterirdischer Drainagesysteme durch den Prozess der Verkarstung. Aufgrund hoher Strömungsgeschwindigkeiten in Karströhren und präferentieller Fließwege, sind Karstgrundwasserleiter besonders anfällig für Schadstoffe. Durch den Gebrauch und die Einnahme von Arzneimitteln, Süßstoffen und Genussmitteln gelangen diese organischen Substanzen in das Abwasser und können in das Grundwasser eingetragen werden. Dazu kommen Pflanzenschutzmittel und Veterinärpharmaka aus der Landwirtschaft, die ebenfalls in das Grundwasser eingetragen werden können. Solche Spurenstoffe sind im Grundwasser und Trinkwasser unerwünscht, sie können aber gleichzeitig genutzt werden, um wertvolle Hinweise zur Herkunft des Grundwassers, zum Eintrag und zu Verweilzeiten zu geben. Zudem können Spurenstoffe einen wertvollen Beitrag zur aktuellen Diskussion über den Einfluss der landwirtschaftlichen Nutzung im Vergleich zum Eintrag aus Abwasser auf die Beschaffenheit des Grundwassers liefern.

Grüne Färbung nach Durchführung eines Tracertests auf der Schwäbischen Alb; Foto: Paul Knöll

„In memoriam Dr. Heinrich Douffet (1934 – 2017) -
Freiberger Ehrenbürger, Stadtrat und Geologe“

Donnerstag, 20. Juni 2019, 19:30 Uhr

Prof. Dr. Steffen Wagner, Dr. Harald Walter & Dr. Volker Benedix
175. Freiberger Kolloquium, Ort: Senatssaal der TU Bergakademie Freiberg, Akademiestrasse 6.

Am 25. Mai 2019 wäre unser Ehrenbürger, Dr. Heinrich Douffet, 85 Jahre alt geworden. Ihm zu Ehren wird es am 20. Juni 2019 um 19.30 Uhr im Senatssaal der TU Bergakademie Freiberg ein „Freiberger Kolloquium“ geben. Heinrich Douffet hat in Freiberg an der Oberschule „Geschwister Scholl“ sein Abitur abgelegt und danach ein Geologiestudium an der TU Bergakademie absolviert.

Nach 25-jähriger Tätigkeit im Geologischen Dienst, später VEB Geologische Forschung und Erkundung, wechselte er 1983 an das Bezirkskunstzentrum Karl-Marx-Stadt. 1990 war er Mitglied der letzten demokratisch legitimierten Volkskammer der DDR und übernahm das Referat Museen / Denkmalpflege des Sächsischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst. Dr. Heinrich Douffet war als CDU-Mitglied von 1994 bis 2004 im Stadtrat und von 1989 bis 1994 Abgeordneter im Kreistag. Im Jahre 1999 beendete er seine aktive berufliche Tätigkeit. Bereits als Jugendlicher zeigte er Interesse für Kultur und Geschichte. Als Bodendenkmalpfleger und Beauftragter für Denkmalpflege der Stadt Freiberg und des Kreises Freiberg hat er unermüdlich für den Erhalt nicht nur unserer Altstadt gekämpft. 1982 erhielt er dafür die Stadtehrenplakette in Silber und 1986 den Architekturpreis des Bezirkes, 2004 den Andreas-Möller-Geschichtspreis sowie 2005 den Bürgerpreis der Stadt Freiberg. Dr. Heinrich Douffet wurde 2014 zum Ehrenmitglied des Freiberger Altertumsverein und 2017 zum Ehrenbürger der Stadt Freiberg.

Er war einer der Initiatoren zur angestrebten Aufnahme der Montanregion Erzgebirge in die UNESCO-Liste des Weltkulturerbes, wofür er sich bis zu seinem Tode einsetzte. Eine enge Verbundenheit bestand zum Stadt- und Bergbaumuseum, zum Stadtarchiv Freiberg und zur TU Bergakademie Freiberg als Mitglied im Förderverein. Dr. Heinrich Douffet hat in mehr als 100 Buch- und Zeitschriftenveröffentlichungen sein Wissen weitergegeben. Seine Schenkungen an Museen und Vereine sowie sein umfangreicher Nachlass tragen dazu bei, wertvolles Kulturgut für die Zukunft zu bewahren. Die Referenten St. Wagner, H. Walther und V. Benedix möchten im Kolloquium seinen Lebensweg skizzieren und Dr. Heinrich Douffet als promovierten Geologen und Denkmalpfleger würdigen. Ein Dank geht schon im Voraus an diejenigen, die sie dabei unterstützt haben. (Prof. Dr. rer. nat. habil. Steffen Wagner).

Dienstag, 27. August 2019, 19:00 Uhr

Mineralogische Schätze aus Griechenland

Schloss Freudenstein, Bühne Freiberger Sommernächte, Eintritt frei

ABLAUF

Musikalische Inspirationen aus Griechenland
Anja Bachmann und Niki Liogka

19:30 Uhr
Griechenland – Einstimmungsfilm

20:15 Uhr
„Mineralogische Schätze aus Griechenland“
Vortrag von Berthold Ottens

21:30 Uhr
„Eine Exkursion nach Attika – Eulen für Athen“
Vortrag von Volkmar Scholz, Freudenstein e. V.

Ab 19:00 Uhr
Kulinarisches – Griechisches Essen und Trinken
(Selbstzahler)

Die reichen Silbervorkommen bei Lavrion in der Region Attika lieferten die Mittel, die Athen in der Antike zu seiner Bedeutung und Vorherrschaft im mediterranen Raum verhalfen. Alexander der Große hätte seine Feldzüge nicht ohne das Gold aus den nordgriechischen Gebirgen finanzieren können. Nach einer nahezu zwei Jahrtausende langen bergbaulichen Ruhephase wurden die Gruben in Lavrion unter der maßgeblichen Leitung des Mitte des 19. Jahrhunderts in Freiberg studierten Andreas Cordellas wieder aufbewältigt und zu einer neuen Blütephase geführt. Diese ruhmreiche Epoche wurde zwar 1978 wieder beendet, doch mit den neu erschlossenen, größten europäischen Goldlagerstätten auf der Halbinsel Chalkidiki steht der griechische Bergbau vor einer erneuten Erfolgsphase.

Der antike Bergbau und die besonderen geologischen sowie mineralogischen Bedingungen der Lagerstätten in Lavrion haben zu einer weltweit einmaligen Fülle seltener und zudem noch farbenprächtiger Minerale geführt, die nicht nur von Fachleuten, sondern auch von Liebhabern gut ausgebildeter Kristalle geschätzt werden. Auch andere griechische Regionen vom Norden des Landes bis zu den südlichen Inseln beherbergen Lagerstätten, die Minerale in bemerkenswerter Ausbildung hervorgebracht haben. In zwei Vorträgen werden neben einführenden Erläuterungen zu Land und Leuten die Minerale Griechenlands sowie die einmaligen montanhistorischen Verhältnisse im Lavrion Grubenrevier dargestellt.

Der Mineralienkenner Berthold Ottens, der beruflich 40 Monate in Griechenland tätig war, berichtet über die mineralogischen Schätze des Landes. Er hat das Land und seine Fundstellen vielfach bereist und die Minerale des Landes mit ihren Fundstellen gemeinsam mit dem griechischen Professor Panagiotis Voudouris in einem Buch umfassend dargestellt. Er wird über ungewöhnlich ausgebildete Amethyst-Zepter von der Grenze zu Bulgarien ebenso berichten, wie über vielfältige Quarzgebilde aus alpinotypen Klüften auf verschiedenen Inseln. Sein Vortrag beinhaltet erstklassige Aufnahmen von Mineralen sowie deren Fundstellen und wird durch Erlebnisse kurzweilig ergänzt.

Inspiriert durch eine Ausstellung zu Mineralen aus Lavrion, die im Foyer der Geowissenschaftlichen Sammlungen an der TU Bergakademie Freiberg zu sehen war, beschloss eine Gruppe von Montanhistorikern aus Halsbrücke, die ehemalige Bergbauregion Lavrion 2010 aufzusuchen. Ihr Ziel war es, antike Gruben, Stollen und Erzwäsche-anlagen zu besichtigen und nebenbei auch Minerale zu entdecken. Daraus ist ein reich bebilderter Vortrag entstanden mit dem Schwerpunkt Montanarchäologie, Montangeschichte und Mineralerkundung, der diese einst an Rohstoffen und Mineralen so reiche Region der Öffentlichkeit zeigt.

Die Veranstaltung findet statt mit freundlicher Unterstützung der Firma Rath GmbH

Donnerstag, 5. September 2019, 19:30 Uhr

„Die Sanierung des Rothschönberger Stollns – wie geht es weiter?“

Tobias Dressler, Abteilungsleiter Untertagebergbau SächsOBA
176. Freiberger Kolloquium, Vortragssaal der terra mineralia, Schloss Freudenstein.

Der Rothschönberger Stolln zählt zu den bekanntesten und bedeutendsten Wasserlösestolln in Sachsen. Wasserlösestollen entwässern auch heute noch unterirdisch große Bergreviere und erfüllen damit eine wichtige Funktion zur Aufrechterhaltung sicherer und stabiler Verhältnisse an der Tagesoberfläche. Für das Halsbrücker, das Freiberger, das Brand-Erbisdorfer Revier und weitere kleinere Reviere übernimmt diese Funktion der Rothschönberger Stolln.

Der Erhalt der Funktionsfähigkeit der Wasserlösestollen ist eine grundlegende Aufgabe des Freistaates Sachsen, wenn es keinen Bergbautreibenden oder dessen Rechtsnachfolger mehr gibt. Die Aufgabe nimmt in Sachsen das Sächsische Oberbergamt im Rahmen seiner Zuständigkeit als Sonderpolizeibehörde für den Altbergbau wahr. Seit dem Augusthochwasser 2002 hat die Staatsregierung die Anstrengungen zur Aufrechterhaltung der Funktionsfähigkeit der wichtigen Wasserlösestollen wesentlich intensiviert. Auch am Rothschönberger Stolln und seinen Zugängen hat das Oberbergamt seitdem an verschiedenen Stellen Sanierungsarbeiten ausführen lassen und plant solche auch für die Zukunft.

Herr Tobias Dressler, Abteilungsleiter Untertagebergbau im Sächsischen Oberbergamtes, stellt im Vortrag den aktuellen Stand der Sanierung des Rothschönberger Stollns vor. Dazu gibt er einen kurzen Überblick zur Einordnung der Aufgabe im Oberbergamt, zur Strukturierung des Themas im Bereich Altbergbau und zu den eigentlichen Sanierungsarbeiten selbst.

Donnerstag, 26. September 2019, 19:30 Uhr

„Das Tellerhäuser-Pilotprojekt: Neue Aufbereitungsversuche für
heimische Komplexerze im großen Stil“

Prof. Karl Gerald van den Boogaart, Abteilungsleiter Modellierung und Bewertung,
Helmholtz-Institut Freiberg für Ressourcentechnologie
177. Freiberger Kolloquium, Vortragssaal der terra mineralia, Schloss Freudenstein.

Eine lange Tradition könnte im Erzgebirge wiederaufleben – der Erzbergbau. Freiberger Rohstoffexperten haben in Kooperation mit europäischen Kollegen erstmalig in der Praxis gezeigt: komplex zusammengesetzte Erze aus Sachsen lassen sich aufbereiten – und zwar energieeffizient, umweltschonend und wirtschaftlich. Dank moderner Rohstoffanalysen, sensorbasierter Sortierung, dem Einsatz computergestützter Prozessmodelle und der Entwicklung neuer Aufbereitungsmethoden für feinste Partikel konnten gleich mehrere metallhaltige Minerale angereichert werden. Es geht um Zinn, Zink, Eisen, Kupfer und Indium, die extrem fein in den heimischen Komplexerzen verteilt sind und bisher nicht aufbereitet werden konnten. Mit welcher Strategie die Wissenschaftler dem Erz zu Leibe gerückt sind, erklärt Prof. van den Boogaart im Rahmen des 177. Freiberger Kolloquiums.

Gemeinsam durchgeführt wurde der Pilotversuch vom BMBF geförderten r4-Projekt „Aufbereitung feinkörniger polymetallischer heimischer Komplexerze (AFK)“ und dem europäischen Horizon2020-Projekt „Flexible and Mobile Economic Processing Technologies (FAME)“. Besonders die enge Kooperation mit den lokalen Industriepartnern Saxore Bergbau GmbH und der UVR-FIA GmbH machten die Praxistests erst möglich, aber auch die Zusammenarbeit mit dem Besucherbergwerk Zinnkammern Pöhla e.V., bei dem dafür das Komplexerz abgebaut wurde.