IN NATURA - IN NEXU - IN ARTES

Sonderausstellung
9. 4. – 31.12. 2022

Anlässlich der Gründung der Stiftung Kuno Stöckli an der TU Bergakademie Freiberg zeigt die terra mineralia in ihrer Sonderschau eine Auswahl der über 300 Gemälde, Drucke und Grafiken sowie einen ersten Teil der umfangreichen Beryllsammlung von Dr. Kuno Stöckli.

Dr. Kuno Stöckli

17.07. 1934   geboren in Aesch bei Basel, aufgewachsen in Thun
1949 - 1954  Lehrerausbildung im Heimatkanton Luzern
1962 - 1967   Schule für Gestaltung Basel (Hochschule für Kunst)
1965-1986   erfolgreiche Teilnahme an allen jurierten Basellandschaftlichen Kunstausstellungen
1968 - 1974  Studium Kunstgeschichte, Germanistik und Soziologie an der Universität Basel und Dissertation
1971 - 1999  Hauptamtlicher Dozent im Fachbereich Bildende Kunst und Didaktik des Zeichnens in der Zürcher   Lehrerbildung (Pädagogische Hochschule)
ab 1974  freie Arbeitsreisen in viele Länder mit geologischem und mineralogischem Fokus
seit 1976  Einzelausstellungen und Gruppenausstellungen (hauptsächlich in der Schweiz)
1986  Jurypräsident Basellandschaftliche Kunstausstellung
1987  Ausbildung in Edelsteinschleifen und Edelsteinbearbeitung in Verbindung mit Metall in Idar-Oberstein
ab 1999  im aktiven "Ruhestand"
2007  Berufung in die Jury des Deutschen Schmuck-& Edelsteinpreises Idar-Oberstein
2008  erster von mehreren Besuchen in Freiberg/Sachsen
2021  Stiftung Kuno Stöckli an der Technischen Universität Bergakademie Freiberg



 

Das Dreieck: Von mexikanischen Pyramiden zu bunten und imaginären Landschaften

Das künstlerische Schaffen von Dr. Kuno Stöckli war anfänglich vom Dreieck geprägt. Diese geometrische Form begegnete ihm schon als Kind täglich direkt vor seiner Haustür.

In Mexiko wurde für ihn das Dreieck lebendig. Auf mehreren Reisen zwischen 1976 und 1979 waren die Pyramiden früherer Kulturen eine wahre Inspiration. Linksschräge und rechtsschräge Linien, die sich durchkreuzen, dominieren in dieser Phase seine Bilder.

Das Oktagon: Vom Castel del Monte in Apulien zu geometrischen Figuren

Ein Schlüsselereignis im Leben von Dr. Kuno Stöckli war eine kunsthistorische Exkursion im Jahr 1970 nach Italien.
Er besuchte das Castel del Monte in Apulien. Sein Grundriss ist ein regelmäßiges Achteck. An jeder Ecke befindet sich wiederum ein achteckiger Turm. Stöckli entdeckte, dass der Grundriss auf einem Zirkelspiel basiert.

Typisch für seine Abstraktion sind klar erkennbare geometrische Linien und die Aufteilung des Bildinhaltes in einzelne Flächen.

Die Welt der Kristalle: Von brasilianischen Edelsteinen zu Kristallformen

In Brasilien eröffnete sich für Dr. Kuno Stöckli die Welt der Kristalle. Nun begegneten dem Künstler seine geometrischen Formen wieder und eine Welt der Farben tat sich vor ihm auf.

Natur und Kunst sind dabei durch die Symmetrie verbunden. In der Kunst wird sie als graphisches Gliederungselement genutzt. Doch wo findet sich Symmetrie in der Natur? In Kristallen stehen die Flächen in Symmetriebeziehungen zueinander. Je nach Kristallsystem bildet sich nach einer Spiegelung oder Drehung um eine Achse eine Fläche exakt auf der anderen ab.

Ähnlich der Natur kann Symmetrie in der Kunst durch senkrechte oder waagerechte Achsen oder an einzelnen Punkten entstehen.

Kunst und Natur: Von Rubin bis Lapis Lazuli

Trotz seiner Pensionierung 1999 blieb Dr. Kuno Stöckli weiter auf der Suche nach neuen Ideen für künstlerische Umsetzungen. Seine Liebe zur Natur und den natürlichen Schönheiten im Mineralreich brachten ihm eine neue Eingebung. Gezielt integrierte er anfänglich Steinscheiben in Aquarell-Bilder, die er nach Farbe und Struktur auswählte. Daraus entstand ein Dialog zwischen Malerei und Stein.

Geologie und Beryll als Inspiration

Die Natur selbst war Kuno Stöcklis wichtigste Inspiration für seine künstlerischen Werke. Der Gegensatz und die Spannung zwischen exakt/geordnet und zufällig/chaotisch haben ihn begeistert. Eine große Rolle spielte der Vulkanismus mit seinen imposanten geologischen Strukturen. Um diese Phänomene zu studieren, unternahm er viele Reisen.

In Brasilien begann seine Leidenschaft für Berylle. Er sammelte jede Varietät wie Aquamarin, Smaragd oder Heliodor. Durch diese jahrzehntelange Beschäftigung mit Edelsteinen gelang es ihm, eine beachtliche Beryllsammlung aufzubauen.