Vorträge 2016

Das „Freiberger Kolloquium“ ist eine Vortragsreihe des Sächsischen Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie; des Sächsischen Oberbergamtes; des Geokompe-tenzzentrum Freiberg e.V., des Sächsischen Staatsarchivs/Bergarchiv Freiberg; der TU Bergakademie Freiberg und der terra mineralia.

Donnerstag, 24. November 2016, 19:30 Uhr

„775 Jahre Bergverwaltung in Sachsen und
25 Jahre Wiedergründung Sächsisches Oberbergamt“

Prof. Dr. Bernhard Cramer, Oberberghauptmann Sächsisches Oberbergamt
150. Freiberger Kolloquium, Vortragssaal terra mineralia

Am 20. November 1946, vor 70 Jahren, war das seit Jahrhunderten etablierte Sächsische Oberbergamt in Freiberg mit Befehl Nr. 323 des obersten Chefs der Sowjetischen Militäradministration aufgelöst worden. 45 Jahre später, vor fast genau 25 Jahren, am 15. Dezember 1991, wurde das Sächsische Oberbergamt neu gegründet.

Nach einer Jahrhunderte alten Bergbaugeschichte des Erzgebirges und Sachsens insgesamt sowie schließlich auch am Ende eines rund halben Jahrhunderts staatlichen Bergbaus der DDR, stand der Bergbau in Sachsen Anfang der 1990er Jahre vor riesigen Herausforderungen: Der umfangreiche  Staatsbergbau insbesondere auf Uran, Erz und Braunkohle brach unter den neuen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in weiten Teilen zusammen. Bergbauliche Hinterlassenschaften prägten großflächig und tiefgreifend das Land. Die bergbehördlichen Strukturen, mit dem neuen rechtlichen Rahmen des Bundesberggesetzes, mussten völlig neu organisiert werden. In den Folgejahren wurde dieser Strukturwandel in Sachsens Bergbau unter der Aufsicht des Sächsischen Oberbergamtes umgesetzt. So kam es zu vielen Schließungen und immensen Anstrengungen für die Wiedernutzbarmachung und Sanierung der betroffenen Hinterlassenschaften.

Heute stehen der Bergbau in Sachsen und das Sächsische Oberbergamt vor neuen Aufgaben. Seit etwa 10 Jahren erfährt Sachsen wieder eine Welle des Erkundungsbergbaus auf Erze und Spate, mit dem ersten neuen Untertage-Flussspat-Bergwerk in Niederschlag. Insbesondere der seit 2012 im Freistaat angestrebte Anspruch auf eine sichere, saubere und die Umwelt schonende Rohstoffversorgung der Wirtschaft, fordert von der Bergverwaltung ein umsichtiges Ordnen und Fördern des neuen Bergbaus ein. Außerdem treten die Sanierungen vielerorts in eine Nachsorgephase ein, was neue fachliche Herausforderungen für Unternehmen und Bergverwaltung mit sich bringt

Oberberghauptmann Prof. Dr. Bernhard Cramer beleuchtet in seinem Vortrag diese gewaltigen Veränderungen mit ihren Auswirkungen bis in die heutige Zeit hinein, wobei sich das Sächsische Oberbergamt selbst kontinuierlich weiterentwickelt. So steht derzeit die Digitalisierung für eine moderne Verwaltung und die Bewältigung des weitreichenden Generationswechsels bei den Fachkräften an.