Vorträge 2016

Das „Freiberger Kolloquium“ ist eine Vortragsreihe des Sächsischen Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie; des Sächsischen Oberbergamtes; des Geokompe-tenzzentrum Freiberg e.V., des Sächsischen Staatsarchivs/Bergarchiv Freiberg; der TU Bergakademie Freiberg und der terra mineralia.

Donnerstag, 15. September 2016, 19:30 Uhr

„Neue Wege zur Bereitstellung von Originalgesteinen für die Baudenkmalerhaltung –
Wiedererschließung alter Steinbruchreviere in Baden-Württemberg“

Dr. Wolfgang Werner, Landesamt für Geologie, Rohstoffe und Bergbau Baden-Württemberg, Freiburg i.Br.
148. Freiberger Kolloquium, Achtung neuer Veranstaltungsort!
Senatssaal der TU Bergakademie Freiberg, Akademiestraße 6.

Anfang des neuen Jahrtausends stieg der Bedarf an witterungsbeständigem, statisch hoch belast­barem Originalgestein für bedeutende Bauwerke durch verschiedene Großprojekte der Baudenk­malpflege deutlich an – nicht zuletzt, weil sich die bis dorthin fast ausschließlich eingesetzten teuren Erhaltungsmaßnahmen häufig wirkungslos zeigten. Die staatliche Baudenkmalpflege wendete sich daher an den Geologischen Dienst, um dessen Expertise für die Beschaffung von Originalgesteinen für umfangreichen Gesteinsaustausch zu nutzen. Nach erfolgreicher und vergleichsweise kostengünstiger Sanierung einer bedeutenden Basilika mit den vom Landesdienst erkundeten vulkanischen Gesteinen aus dem Kaiserstuhl mehrten sich in der Folgezeit die Aufträge zur Suche nach hochwertigem heimischem Werksteinmaterial von Seiten kirchlicher Bauämter, von Münsterbauhütten sowie von Eigentümern von Burgen und Schlössern und vielen Steinmetz- und Restaurierungsbetrieben.

Umfangreiche, meist mehrjährige Kartier- und Bohrprogramme führten auch in anderen Landes­teilen zum Nachweis von historisch genutzten Werksteinlagerstätten mit den benötigten Gesteins­typen und -qualitäten. Probeabbauarbeiten mit „schwerem Gerät“ schlossen sich an. In der Folge­zeit wurden auch bislang unbekannte Lagerstätten nachgewiesen, aus denen nun Material für bedeutende romanische und gotische Bauwerke gewonnen wird. Die Sanierung des Breisacher Münsters mit Originalmaterial ist abgeschlossen, am Ulmer Münster und am Freiburger Münster laufen seit Jahren umfangreiche Sanierungsarbeiten, an der Burg Hohenzollern haben sie be­gonnen – um einige wichtige Beispiele zu nennen. Die erfolgreiche Zusammenarbeit von Geologischem Landesdienst, staatlicher Denkmalpflege, Bauwerkseigentümern und Naturstein­industrie gilt bundesweit als Musterbeispiel.

Im Vortrag wird zunächst die beeindruckende Vielfalt an heimischen Werksteinarten vorgestellt und Beispiele für ihre Entstehung gegeben. Schließlich werden einige spannende Fälle der modernen Baudenkmalpflege vorgestellt – vom Auftrag an den Geologischen Dienst, über die Gesteins- und Schadens­be­stimmung, die Suche nach Originallagerstätten, ihre Bewertung und Neuerschließung bis zum Einbau der neuen Werkstücke am Baudenkmal.

Donnerstag, 13. Oktober 2016, 19:30 Uhr

„Weltkulturerbe Montanregion Erzgebirge: Wie geht’s weiter?“

Prof. Dr. Helmuth Albrecht, TU Bergakademie Freiberg,
Institut für Industriearchäologie, Wissenschafts- und Technikgeschichte
149. Freiberger Kolloquium, Vortragssaal terra mineralia

Donnerstag, 24. November 2016, 19:30 Uhr

„725 Jahre Bergverwaltung in Sachsen und
25 Jahre Wiedergründung Sächsisches Oberbergamt“

Prof. Dr. Bernhard Cramer, Oberberghauptmann Sächsisches Oberbergamt
150. Freiberger Kolloquium, Vortragssaal terra mineralia