Geschichte des Schlosses Freudenstein

Die erste Burg (1175 / 1177)

Nachdem um 1168 der erste Silbererzfund auf dem Gebiet des späteren Freibergs verzeichnet worden war, stiegen die Bevölkerungszahlen in der neu gegründeten Stadt und damit auch die Bedeutung der gesamten Region stark an. Zum Schutze des Berg- und Hüttenwesens und der Bevölkerung entschied sich Markgraf Otto von Wettin (der Reiche) zum Bau einer Burg, eines repräsentativen Wohn- und Verwaltungssitzes der wettinischen Landesherren.

Residenz von Herzog Heinrich dem Frommen (1505 - 1539)

Im Jahre 1505 bekam Herzog Heinrich die Ämter Freiberg und Wolkenstein als eigenes Herrschaftsgebiet innerhalb des albertinischen Sachsens zugesprochen. Er richtete seinen Herrschaftssitz in der Freiberger Burg ein, die 1525 erstmals
als Schloss Freudenstein bezeichnet wurde. Bereits zwei Jahre vor seinem Regierungsantritt, führte Heinrich im Jahr 1537, beeinflusst von seiner Frau, Katharina von Mecklenburg, die Reformation in seinen beiden Ämtern ein. Als Herzog des albertinischen Sachsens erklärte er den Freiberger Dom zu seinem Begräbnisort.

Ein Neubau als Renaissanceschloss (1566 - 1577)

Mit der Bestimmung des Freiberger Doms zur Grablege der albertinischen Kurfürsten wuchs die Bedeutung des Schlosses. Das veranlasste Kurfürst August, den aus einer hochmittelalterlichen Burg hervorgegangen Gebäudekomplex abreißen zu lassen und das Schloss Freudenstein der Mode entsprechend im Renaissancestil neu aufzubauen.

Der Verfall des Schlosses (Ende 17. Jh./18. Jh.)

Das Schloss Freudenstein im Jahre 1772.

Ab 1697 verloren der Freiberger Dom als Bestattungsort und damit auch das Schloss Freudenstein seine Bedeutung für das albertinische Herrscherhaus, da Kurfürst Friedrich August I. (der Starke) im Zuge der Erlangung der polnischen Krone zum Katholizismus konvertierte. Die Grablege erfolgte daraufhin in der Dresdner Hofkirche. Weniger Geld wurde in Reparaturen und Instandhaltungen investiert und so verfiel das Schloss langsam. Der letzte prominente Gast war Zar Peter I., der den Zustand des Schlosses 1711 als „baufällig“ bewertete. Als 1762 die letzte Schlacht des 7-jährigen Krieges bei Freiberg tobte, diente das Schloss erstmals als Gefängnis.

Getreidespeicher und Bergmagazin (1784 - 1805)

Im Jahr 1784 wurde die Schlossruine vom Militär übernommen und zum Getreidespeicher umgebaut. Durch zusätzlich eingebaute Geschosse sollte das Schloss seiner neuen Funktion gerecht werden. Die Umbaumaßnahmen führten zur völligen Zerstörung der Inneneinrichtung. In dieser Zeit erfolgte auch der Anbau des Bergmagazins.

Die Wechselnde Nutzung im 19. und 20. Jh.

1813 wurde das Schloss von napoleonischen Truppen als Lazarett benutzt. Als solches diente es auch 100 Jahre später im Ersten Weltkrieg. Während der 1920/1930er Jahre befand sich ein Großlager von Edeka mit Kaffeerösterei im Schloss. In den Jahren des Zweiten Weltkrieges fungierte das Schloss als Lager für Wehrmacht und SS und war zugleich Haftanstalt für Kriegsgefangene. Nach dem Krieg (1957–1978) fand das Schloss erneut als Getreidespeicher Verwendung. Ab 1986 wurde im Keller, dem heutigen Vortragssaal, eine Schlossgaststätte eingerichtet. Diese hatte jedoch lediglich bis 1991 Bestand.

„Stätte der gesellschaftlichen Begegnung" (1978 - 1990)

Der Rat des Kreises und die Stadtverwaltung Freiberg beschlossen 1978, Schloss Freudenstein als „Stätte der gesellschaftlichen Begegnung" zu nutzen. Damit wäre die Restaurierung des Schlosses im Stil der Renaissance verbunden gewesen. Die gesellschaftlichen Veränderungen von 1990 führten zum vorzeitigen Abbruch dieser Maßnahmen.

terra mineralia und Sächsisches Bergarchiv (ab 2003)

Der Herold zu Freiberg vor dem restaurierten Schloss Freudenstein (Foto: Detlev Müller)

2003 beschloss die Stadt Freiberg im Einvernehmen mit der Sächsischen Staatsregierung, das Schloss zukünftig durch das Sächsische Bergarchiv und die TU Bergakademie Freiberg nutzen zu lassen. Ein Jahr darauf begannen umfassende Umbau- und Rekonstruktionsarbeiten, die mit der Eröffnung der terra mineralia im Oktober 2008 ihren Abschluss fanden.