Vergangene Vorträge 2015

Das „Freiberger Kolloquium“ ist eine Vortragsreihe des Sächsischen Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie; des Sächsischen Oberbergamtes; des Geokompe-tenzzentrum Freiberg e.V., des Sächsischen Staatsarchivs/Bergarchiv Freiberg; der TU Bergakademie Freiberg und der terra mineralia.

Donnerstag, 29. Januar 2015, 19:30 Uhr

„Vom Eise befreit – Grönlands Rohstoffe ans Licht gebracht.

Ein rohstoffkundlicher Streifzug mit einem Filmausschnitt aus Knud Rasmussens Inuit-Dokumentation:
"Palos Brautfahrt" von 1934.

Dr. Wolfgang Reimer, Geokompetenzzentrum Freiberg e.V.
133. Freiberger Kolloquium, Vortragssaal terra mineralia 

Grönland wartet nicht nur mit einer atemberaubenden Naturkulisse, sondern auch mit einer ganz besonderen geopolitischen Perspektive auf: Die eines zukünftigen "global players" im Rohstoff-
geschäft. Mit der Eisschmelze werden nicht nur Rohstoffvorkommen freigelegt, sondern eröffnen sich auch neue logistische Wegsamkeiten, wie kurze Schifffahrtswege über den Pol nach Asien. Die rohstoffhungrigen "emerging economies" haben bereits ein Auge auf die grönländischen Ressourcen geworfen. Das Land, politisch zu Dänemark gehörend aber mit einer weitgehenden Autonomie ausgestattet, steht damit vor immensen Herausforderungen.

Im Spannungsbogen aus kultureller Eigenständigkeit und Globalisierung beleuchtet der Vortrag Facetten aus Landschaft - Gesellschaft und Rohstoffwirtschaft. Die enormen sozialen Veränderungen veranschaulicht ein kleiner Ausschnitt aus dem 1934 gedrehten Film "Palos Brautfahrt" von dem berühmten dänischen Polarforscher Knud Rasmussen, in dem wir uns auf eine Zeitreise in eine fast vergangen Welt der Jäger und Sammler begeben.

Der Geokompetenzzentrum Freiberg e.V. arbeitet seit 2012 im Zuge mehrerer Projekte intensiv mit Grönland zusammen. Die Bildauswahl dokumentiert dabei auch die Chancen und Risiken, die sich für die Entwicklung Grönlands als Rohstoffpartner in Zukunft ergeben.

Donnerstag, 26. Februar 2015, 19:30 Uhr

"Wärmeversorgung im Freiberger Kornhaus“

Dipl.-Geol. Rüdiger Grimm, geoENERGIE Konzept GmbH Freiberg
134. Freiberger Kolloquium, Vortragssaal terra mineralia

Die Sanierung des Kornhauses ist gegenwärtig die wichtigste kommunale Baustelle für öffentliche Gebäude in Freiberg. Noch im Jahr 2015 werden dort die städtische Bibliothek und die AOK als Mieter einziehen.

Die Energieversorgung dieses historischen mittelalterlichen Gebäudes erfolgt über eine bivalente Wärmezentrale aus Erdgas und Erdwärme. Dabei decken 10 Bohrungen im Bereich zwischen Parkhaus Fischerstraße und dem Kornhaus mehr als 50% des Bedarfs ab. Mit 205 Metern sind die Bohrungen am Freiberger Kornhaus die tiefsten Erdwärme-bohrungen im Freistaat Sachsen. Gegenüber den in Deutschland standardmäßig eingesetzten Erdwärmesonden wurden hier hydraulisch optimierte, sog. Turbokollektoren verwendet, was einen zusätzlichen Effizienzsprung bedeutet.

Im Jahr 2013 wurden an einer Pilotbohrung erste Testarbeiten zur exakten Dimensionierung des Sondenfeldes durchgeführt. Die eigentlichen Bohrungen inklusive der horizontalen Anbindung bis zu den Wärmepumpen
erfolgten nach einer öffentlichen Ausschreibung im Frühjahr/Sommer 2014.

Der Vortrag erläutert die prinzipielle Herangehensweise an die Planung und Ausführung einer solchen Anlage und zeigt die dabei auftretenden Herausforderungen während des Baus.

Donnerstag, 19. März 2015, 19:30 Uhr

"Das Historicum - die neue Dauerausstellung der TU Bergakademie Freiberg"

Dr. rer.nat. Norman Pohl, TU Bergakademie Freiberg, Institut für Wirtschafts- und Technikgeschichte
135. Freiberger Kolloquium, Senatssaal der TU Bergakademie Freiberg, Akademiestr. 6

Das neugestaltete Historicum zeigt seit 6. März 2015 eine in sich geschlossene wissenschaftliche Ausstellung zur Geschichte der TU Bergakademie Freiberg. Diese vermittelt die enge Verbindung des Werdegangs der Hochschule
mit der nationalen und internationalen wissenschaftlichen, technischen, wirtschaftlichen, politischen und sozialen Entwicklung. Historische Sachzeugen erwecken die Geschichte der Alma mater fribergensis zum Leben, insbesondere Exponate zu Lehre und Forschung, zu Professoren und Studenten, zu Partnern im In- und Ausland sowie zur strukturellen, baulichen und sozialen Entwicklung der Hochschule.

Zu sehen sind repräsentative, historisch aussagefähige Stücke aus den rund 40 verschiedenen Sammlungen der Bergakademie, die insgesamt etwa 1,8 Millionen Objekte umfassen. Die Ausstellung ist selbsterklärend und kann eigenständig erfahren werden. Sie zeigt eine Hochschule in ihren Hochzeiten, aber auch in ihren Nöten und verdeutlicht vor allem auch eines: den Selbstbehauptungswillen der an ihr tätigen Menschen mit dem Anspruch,
an der Entwicklung der jeweils zeitgenössischen Gesellschaft Anteil zu nehmen, sie zu gestalten oder auch sie zu überwinden.

Der Vortrag lässt die wesentlichen Stationen der Entwicklung der Konzeption Revue passieren und leitet den nachfolgend möglichen Besuch der Dauerausstellung ein.

Eintritt Historicum: 3,-Euro; Mitarbeiter der TU BAF: 2,- Euro; Fotoerlaubnis: 3,- Euro.

Donnerstag, 16. April 2015, 19:30 Uhr

„Die Urahnen der Säugetiere – Sachsens Wolfsaurier aus der Permzeit“

Dipl.-Geol. Frederik Spindler, TU Bergakademie Freiberg, Institut für Geologie
136. Freiberger Kolloquium, Senatssaal der TU Bergakademie Freiberg, Akademiestr. 6

Fossile Landwirbeltiere aus Sachsen sind aufgrund der geologischen Situation zumeist aus dem frühen Perm bekannt
(ca. 290 Millionen Jahre alt). Bereits im 19. Jahrhundert wurde beim Abbau von Kalkstein in Freital eine erstaunliche Artenvielfalt an Amphibien, Reptilien und Pelycosauriern entdeckt. Pelycosaurier als die nächsten Verwandten der Reptilien gelten als Urahnen der Säugetiere. Zu ihnen gehört die Gattung Palaeohatteria, die momentan wissenschaftlich untersucht wird. Durch anatomische Vergleiche und die mikroskopische Analyse der Knochengewebe konnte bewiesen werden, dass Palaeohatteria fast ausschließlich durch Jungtiere belegt ist. Die kleinen Raubtiere zeigen große Gemeinsamkeiten mit Pantelosaurus, der zu Anfang des 20. Jahrhunderts untertägig in der geologisch älteren Steinkohle - auch in Freital - gefunden wurde. Von der Gattung Pantelosaurus lagen gleich sechs Skelette eng beieinander und erweckten den Eindruck eines Rudels, weshalb sie auch unter dem Beinamen „Wolfsaurier“ bekannt wurden. Beide Pelycosaurier, also Palaeohatteria und Pantelosaurus, sind stammes-geschichtlich fast identisch und repräsentieren unterschiedliche Altersstadien. Es wird diskutiert, warum Alttiere und Junge in sehr verschiedenen Habitaten vorkamen.

Donnerstag, 21. Mai 2015, 19:30 Uhr

„Energiegewinnung offshore“

Prof. Dr. Frank Dahlhaus, TU Bergakademie Freiberg, Institut für Bergbau und Spezialtiefbau
137. Freiberger Kolloquium, Senatssaal der TU Bergakademie Freiberg, Akademiestr. 6

Die Nutzung regenerativer Energien wird immer wichtiger. Denn die fossilen Ressourcen schwinden und werden als Energieträger zusehends teurer, während der Klimawandel weiter voranschreitet. Dabei sind die Potentiale der Wasserkraft weitestgehend ausgeschöpft – allein die Windenenergie bietet nach wie vor ein großes Potential.

Doch der Raum für die Windkraftnutzung an Land ist begrenzt, sodass alte Anlagen zukünftig durch neue leistungsstärkere Anlagen (REPOWERING) ersetzt werden. Deutlich höhere Erträge versprechen Offshore-Anlagen im Meer, die weltweit zu den Schlüsseltechnologien in der Energiestrategie zählen. Bis 2020 sollen allein in Deutschland 6.500 MW Offshore-Windkraftanlagen installiert werden. Dies entspricht einem Investitionsvolumen von ca. 30 bis 50 Milliarden Euro. Bis 2030 soll eine installierte Kapazität von 15.000 MW erreicht sein.

Besonders vielversprechend sind Offshore-Windenergieanlagen, die fernab der Küste stehen: Schätzungen zufolge liegt 75 Prozent des weltweiten Potentials von Windrädern bei Wassertiefen von über 30 Metern und tiefer. Im Hinblick auf die Wirtschaftlichkeit von Offshore-Windparks in großen Wassertiefen kommt gerade schwimmenden Gründungen ein besonders hoher Stellenwert zu.

Donnerstag, 2. Juli 2015, 19:30 Uhr

"Das Nördlinger Ries – Resultat einer kosmischen Katastrophe vor 15 Millionen Jahren"

Gisela Pösges, Rieskrater Museum Nördlingen
138. Freiberger Kolloquium, Senatssaal der TU Bergakademie Freiberg, Akademiestr. 6

Vor ca. 15 Millionen Jahren traf ein Asteroid mit einer unvorstellbaren Geschwindigkeit von über 70.000 km/h die Erde und formte eine einzigartige geologische Struktur – das Nördlinger Ries. Der Rieskrater liegt im Städtedreieck Nürnberg-München-Stuttgart und trennt die Schwäbische von der Fränkischen Alb.

Viele berühmte Forscher beschäftigten sich im Laufe der vergangenen Jahrhunderte mit dem Rieskrater und somit wurde eine Vielzahl von Entstehungstheorien zur Entschlüsselung der „Sphinx“ der deutschen Geologie aufgestellt. Das Rätsel wurde dann letztlich von zwei amerikanischen Geowissenschaftlern Eugene Shoemaker und Edward Chao 1960 gelöst. Sie entdeckten die signifikanten Hochdruckminerale des Quarzes Coesit und Stishovit im Kratergestein Suevit und wiesen damit die kosmische Entstehung des Nördlinger Ries nach.

Heute gilt das Ries als einer der besterforschten Einschlagskrater der Erde. Hier wurde zum ersten Mal das Prinzip der progressiven Stoßwellenmetamorphose beschrieben und der Rieskrater ist auch der Erstbeschrei-bungsort für das typischste Impaktgestein -  den Suevit (suevia, lat. = Schwaben).

Aufgrund der exzellenten Aufschlussverhältnisse im Rieskrater führten im Sommer 1970 die Astronauten der Apollo 14 und 17 ein Geländetraining im Ries durch, um sich geologisch optimal auf ihre Reise zum Mond vorzubereiten.

Seit 2006 ist das Nördlinger Ries auch nationaler Geopark mit einer sehr guten Infrastruktur, die es dem Besucher auf Grund von Erläuterungstafel in den Aufschlüssen und Steinbrüchen und Informationsmaterialien ermöglicht, sich selber auf die Spuren einer kosmischen Katastrophe zu begeben.

Dieser Vortrag für Erwachsene rundet das Ferienprogramm der terra mineralia zum Thema Erdöl ab.

Donnerstag, 27. August 2015, 19:00 Uhr

„Fracking in Erdöl- und Erdgaslagerstätten: Chancen und Risiken“

Mineralogische Sammlung Deutschland im KRÜGERHAUS, Schloßplatz 3, Eintritt frei

Prof. Dr.-Ing. Mohammed Amro, TU Bergakademie Freiberg

Es ist eines der beständigsten Reizthemen unserer Zeit: Fracking. Fracking, Fracturing oder auch Frac-Behandlung bezeichnet eine in der Tiefbohr- und Fördertechnik genutzte Technologie. Sie dient zur Stimulation bzw. Produktivitäts-
erhöhung von Öl-, Gas-, und Geothermie-Bohrungen, in denen die Zuflussbedingungen zu den Bohrungen durch künstlich geschaffene Risse wesentlich verbessert werden. Hierzu ist eine Frac-Flüssigkeit notwendig. Mit dieser wird gleichzeitig Sand als Stützmittel zur Aufrechterhaltung der gebildeten Rissflächen eingespült, da nach der Frac-
Behandlung der Druck in der Formation deutlich abnimmt und sich so die Risse wieder schließen könnten.

Fracking wird in Öl- und Gaslagerstätten seit 1948 in den USA und seit 1961 in Deutschland praktiziert und hat sich wissenschaftlich-technisch zu einer Standardtechnologie bei Tiefbohrungen entwickelt. Doch auf Grund von Umwelt-
problemen und Erdbebenrisiken ist sie extrem umstritten. Interessierte Zuhörer sind daher eingeladen, einen realistischen Blick auf die Vor- und Nachteile sowie die zukünftigen Möglichkeiten von Fracking zu werfen.

Zur Person:

Professor Dr.–Ing. Mohammed M. Amro (54) ist seit 2009 Professor für Geoströmungs-, Förder- und Fördertechnik und seit 2013 Direktor des Institutes für Bohrtechnik und Fluidbergbau an der TU Bergakademie Freiberg (Sachsen). Zuvor hat er unter anderem an der „King Saud University“ in Riad in Saudi-Arabien gelehrt und als Erdölingenieur im Staat Katar gearbeitet. Geboren wurde er 1960 in Hebron, Palästina. An der TU Clausthal (Niedersachsen) hat er Tiefbohrtechnik, Erdöl- und Erdgasgewinnung studiert.

Donnerstag, 24. September 2015, 19:30 Uhr

Die Modellsammlung der TU Bergakademie Freiberg

Dr. Jörg Zaun, TU Bergakademie Freiberg
139. Freiberger Kolloquium
Achtung! Anderer Veranstaltungsort: Vortragsraum im Besucherbergwerk "Reiche Zeche",
anschließend Besuch der Modellsammlung.

Wie das Besucherbergwerk, hatte auch das Schaudepot der Modellsammlung vor zwei Jahren seine Pforten geschlossen. Am 21. August 2015 wurde es in überarbeiteter Gestalt neu eröffnet. Die Besucher erwarten mehr als 100 Modelle aus der historischen Sammlung der TU Bergakademie Freiberg. Darunter eine ganze Reihe, die erst in den letzten Jahren restauriert und nun erstmalig zu sehen sind. Ergänzt wurde die Präsentation außerdem um Gezähe, Geleuchte, Seilproben und Pumpenkolben aus der alten Bergbausammlung.

„Ich bin froh, dass eine der schönsten und bedeutendsten Sammlungen der Universität nun für die Öffentlichkeit wieder zugänglich ist“, erklärt Dr. Jörg Zaun, Kustos der TU Bergakademie Freiberg. „Es ist der größte Bestand an Berg- und Hüttenmodellen, der derzeit in Deutschland vorhanden ist. Selbst international besitzt nur die Universität in St. Petersburg mehr Exponate.“

Der Grundstein für die Freiberger Sammlung wurde 1765 mit der Gründung der Bergakademie gelegt. Um in der Ausbildung die technischen Anlagen des Berg- und Hüttenwesens besser demonstrieren zu können, schenkte der Gründungsvater, Oberberghauptmann Friedrich Wilhelm von Oppel, der Bergakademie einige Modelle. In den kommenden Jahren wuchs der Bestand, indem Modelle gekauft oder gezielt in Auftrag gegeben wurden. 1840 richtete die Bergakademie sogar eine eigene Modellwerkstatt ein.

Zu den ältesten Exponaten der Freiberger Sammlung gehören eine Wassersäulenmaschine von 1773 und das Modell des verzogenen Schachts aus Annaberg. Besonders die Nachbauten von Maschinen aus der Region verleihen der Freiberger Sammlung ihren einzigartigen Wert. So ist auch ein Modell der Feuerlöschstation aus dem Amalgamierwerk in Halsbrücke im Bestand. Nach dem Vortrag wird Dr. Jörg Zaun die Gäste durch die Modellsammlung führen.

Donnerstag, 22. Oktober 2015, 19:30 Uhr

"Der Zechstein und seine Kupferlagerstätten zwischen Spremberg und Leszczyna"

Dr. Jürgen Kopp, Seddiner See, Senior-Consultant im VGBU
140. Freiberger Kolloquium, Vortragssaal terra mineralia

Die Kupfer-Silber-Lagerstätte Spremberg in der Lausitz ist die größte Lagerstätte dieses Typs in Deutschland. Sie steht seit fast zehn Jahren im Interesse der Öffentlichkeit. Ihre Vererzung ist an den Kupferschiefer, den Zechsteinkalk und den obersten Teil des Unterlagernden Rotliegend gebunden. Der ältere Bergbau in Schlesien stand gleichsam Pate für ihre Entdeckung. Neben einer reichen Kupfer-Vererzung führt die Lagerstätte auch weitere Bunt- und Edelmetalle, wie Silber und Gold in nicht unbeträchtlichen Mengen. Kupfer ist heute nach Eisen und Aluminium das drittwichtigste Gebrauchsmetall. Das rote Metall gehört zum Alltag des 21. Jahrhunderts und bestimmt in wesentlichem Umfang den industriellen Fortschritt.

Unternehmen erkunden demzufolge die Lausitzer Vorkommen auf eine wirtschaftliche Gewinnbarkeit. Sichtbare Tätigkeiten in der Lausitz waren in den letzten Jahren verschiedene Tiefbohrprogramme.

Herr Dr. Jürgen Kopp ist als Mineraloge und Lagerstättengeologe der ausgemachte Experte der Gegenwart zum Lausitzer Zechstein. Er begleitet das Thema seit vielen Jahren im wissenschaftlichen und behördlichen Kontext. Etwa ein Dutzend seiner Publikationen waren eine wesentliche Grundlage für die jüngeren Erkundungstätigkeiten in der Lausitz.

Die Partner des Freiberger Kolloquiums konnten Herrn Dr. Kopp für einen Vortrag gewinnen. Er bietet interessierten Gästen einen Vortrag mit neuen geologischen Erkenntnissen an, indem er einen Bogen entlang des Zechsteinvorkommens in der Lausitz bis weit nach Niederschlesien spannt.

Bild links: gediegen Kupfer aus der Anodengießerei der Firma AURUBIS in Hamburg, der größten Kupferschmelze Europas.

Bild rechts: Kupfererz der Spremberger Lagerstätte: Bornit verdrängt Pyrit.

Donnerstag, 26. November 2015, 19:30 Uhr

„Der Bergbau und das „Weiße Gold“ – die Porzellansammlung Middelschulte aus dem Deutschen Bergbau-Museum Bochum

Bergassessor Dr.e.h. Achim Middelschulte, Stifter der Sammlung
141. Freiberger Kolloquium, Vortragsraum SIZ (Ecke Prüferstraße)

Anlässlich des 250-jährigen Jubiläums der TU Bergakademie Freiberg präsentiert die terra mineralia, Dauerausstellung der Bergakademie vom 21. November 2015 bis zum 28. Februar 2016 rund 100 ausgewählte Objekte aus der bedeutenden Porzellansammlung Middelschulte.   

Die von Bergassessor Dr.e.h. Achim Middelschulte (Mitglied des Stifterrates und Ehrendoktor der TU Bergakademie Freiberg) gegründete Achim und Beate Middelschulte-Stiftung ermöglicht es, die in ihrem Besitz stehenden Porzellanobjekte aus den berühmten Manufakturen Meißen, Fürstenberg, Berlin, Wien und Würzburg in Freiberg auszustellen. Die ältesten Stücke stammen noch aus der Zeit von Kurfürst August I. dem Starken (1670-1733), der die Wiederentdeckung des Porzellans in Europa angestoßen hatte. Allen Objekten gemeinsam sind Darstellungen des Bergbaus: Bergmannsfiguren, Putti in bergmännischer Kleidung, Tee- und Tabakdosen, Tassen, Terrinen, komplette Services, Kaffekannen, Teller sowie ein prachtvoller Tafelaufsatz mit Vertretern der bergmännischen Berufe – sie alle zeugen von der enormen Bedeutung und hohen Wertstellung des Bergbaus in vergangenen Jahrhunderten. Die Porzellane wurden mit bergmännischen Szenen sowie mit Darstellungen von Hüttenanlagen, Schachtanlagen oder sogar Bergstädten versehen.

Im Rahmen seines Vortrags wird Dr. Achim Middelschulte der interessierten Öffentlichkeit auch erläutern, wie er die Bergbautradition seiner Familie fortgesetzt und so die weltweit umfangreichste private bergmännische Porzellansammlung zusammengetragen hatte.