Vergangene Vorträge 2012

Das „Freiberger Kolloquium“ ist eine Vortragsreihe des Sächsischen Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie; des Sächsischen Oberbergamtes; des Geokompe-tenzzentrum Freiberg e.V., des Sächsischen Staatsarchivs/Bergarchiv Freiberg; der TU Bergakademie Freiberg und der terra mineralia.

Donnerstag, 13. Dezember 2012, 19:00 Uhr

"Eine Krankenstation für die kenianische Ortschaft Chwele"

Ingenieure ohne Grenzen e.V., Regionalgruppe Freiberg

Vortragssaal der terra mineralia, Schloss Freudenstein, Eintritt frei.

Eine ausreichende medizinische Versorgung ist in den ländlichen Regionen Kenias nur selten gegeben. Gerade die Bevölkerung in den stark landwirtschaftlich geprägten Gebieten des Landes hat so gut wie keinen Zugang zu einer medizinischen Grundversorgung. Nach Angaben der World Health Organization beträgt das Verhältnis von Ärzten zu Patienten in Kenia gerade einmal 2,2 : 10.000 (Stand 2012).
Um einen Beitrag zur nachhaltigen Verbesserung der medizinischen Versorgung und zur Erhöhung der Lebensqualität der Menschen vor Ort zu leisten, errichtet die Regionalgruppe Freiberg des Ingenieure ohne Grenzen e.V. zusammen mit dem Open Hearts e.V. in Chwele / West-Kenia eine Krankenstation.

In der Regionalgruppe Freiberg kommen Menschen aus den unterschiedlichsten Bereichen zusammen, um gemeinsam ein Ziel zu verfolgen. Die Aufgaben sind einfache, aber nachhaltige und wirkungsvolle Konzepte für die Versorgung der Krankenstation mit Strom und Wasser sowie Lösungen für die Sanitärver- und Abfallentsorgung. Über die Vorgehensweise, Ideen und Ziele sowie den Entwicklungsstand des Projektes wird während des Vortrags informiert.

Donnerstag, 29. November 2012, 19:30 Uhr

"Ungelöste Rätsel der Entdeckungsgeschichte - Auf den Spuren der Frühkartografie"

Dr. Dominique Görlitz, Chemnitz

114. Freiberger Kolloquium, Vortragssaal der terra mineralia, Schloss Freundenstein, Eintritt frei.

Der Vortrag rankt sich um ein Relikt äußerst interessanter Kartographie-Geschichte, das aus der Zeit der großen Kartographen stammt (um 1530) und nicht nur bis dahin unentdeckte Küsten, sondern sogar eine Abbildung eines rätselhaften altägyptischen Schiffes zeigt.

Der Referent, Dr. Dominique Görlitz, wird seine Ausführungen mit eigenen Beobachtungen zu Möglichkeiten von frühen Entdeckungsreisen und antiker bis frühmittelalterlicher Navigation untersetzen, die er mittels nachgebauter Schilfboote vorgenommen und filmisch festgehalten hat.

Herr Dr. Dominique Görlitz hatte über die rätselhaften Nikotin- und Kokainfunde in altägyptischen Mumien promoviert und dabei in Forschungsexperimenten mit dem Institut für Kulturpflanzenforschung und Pflanzengenetik (IPK) Gatersleben nachgewiesen, dass die ältesten Ackerbaukulturen der Neuen Welt möglicherweise Stimulationen in Form von Kulturpflanzen und Zuchtmethoden aus anderen Landwirtschaftszentren der Alten Welt erhielten. Auf diese Weise gelangte er zu einzigartigen interdisziplinären Forschungsergebnissen von Biologie, Geografie und Kartografie, von denen er Beispiele vorstellen wird.

Freitag, 23. November 2012, 19:00 Uhr

"Freiberg und die Wettiner"

Dr. Herbert Pforr

Vortragssaal der terra mineralia, Schloss Freudenstein, Eintritt frei.

Der reich bebilderte Vortrag "Freiberg und die Wettiner" handelt von der Beziehung zwischen der sächsischen Bergstadt und den wettinischen Landesherren vom 12. bis in das 19. Jahrhundert. Der Freiberger Dr. Herbert Pforr, seit den 1980er Jahren Verfasser von Publikationen zur Bergbau- und Stadtgeschichte Freibergs, spricht am 23. November 2012 um 19 Uhr im Vortragssaal von Schloss Freudenstein, Schlossplatz 4.

Aus Silber wurde bis in das 19. Jahrhundert hinein das Münzgeld geprägt. Da das Freiberger Erzrevier etwa 80 Prozent des sächsischen Silbers geliefert hat, war es für die Wettiner es eine maßgebliche Quelle ihres Reichtums. Vom 12. bis zum 15. Jahrhundert war Freiberg die wirtschaftlich bedeutendste Stadt des wettinischen Herrschaftsbereichs.
Herzog Heinrich der Fromme (1473 - 1541) lebte von 1505 an im Schloss Freudenstein in Freiberg. Er begründete die Linie der „Freiberger Wettiner“. Von 1539 bis 1918 regierten er und seine Nachkommen das Land Sachsen als Kurfürsten und Könige.
Die Stadt Freiberg wurde von dem Wettiner Otto dem Reichen gegründet und stand über Jahrhunderte unter dem Einfluss der Wettiner. Doch schon seit dem 13. Jahrhundert sicherte sich die bürgerliche Stadt fürstliche Privilegien wie das Bergrecht für sich, um Entwicklungsprozesse eigenständig zu gestalten und ihre Rolle als sächsische Berghauptstadt zu behaupten.

Donnerstag, 25. Oktober 2012, 19:30 Uhr

"Erkundung des Lausitzer Kupferschiefers"

Dr. Jolanta Dmowska, Geschäftsführerin der KGHM Cuprum AG Weißwasser

113. Freiberger Kolloquium, Vortragssaal der terra mineralia, Schloss Freudenstein, Eintritt frei.

Die sächsischen Erz- und Spatvorkommen sind in den letzten Jahren wieder auf das Interesse der Bergbau- und Rohstoffwirtschaft gestoßen. Inländische und ausländische Unternehmen erkunden verschiedene Vorkommen aufgrund international anerkannter Standards. Die Erkundungsvorhaben umfassen neben der Bewertung der Vorkommen auch die Prüfung geeigneter Verfahren zur Aufbereitung und zur Wirtschaftlichkeit möglicher Gewinnungsvorhaben.

Die KGHM Kupfer AG Weißwasser, eine Tochtergesellschaft des polnischen Rohstoffkonzerns KGHM Cuprum, erkundet in einem vom Sächsischen Oberbergamt zugelassenen Feld im Raum Weißwasser den Lausitzer Kupferschiefer. Das Projekt war für die Öffentlichkeit in der Lausitz in den letzten Monaten wegen der ersten Erkundungsbohrungen in eine Tiefe von über 1.500 m sichtbar.

Frau Dr. Jolanta Dmowska, die Geschäftsführerin der KGHM Cuprum AG Weißwasser stellt das Projekt am 25. Oktober 2012 um 19.30 Uhr im Vortragssaal der terra mineralia vor.

Donnerstag, 11. Oktober 2012, 19:30 Uhr

"Hochwasserschutzkonzept für den Münzbach"

Dipl-Ing. Rolf Rothermundt, Sachgebiet Straßen-, Brücken- und Gewässerbau Stadtverwaltung Freiberg

112. Freiberger Kolloquium, Achtung: Anderer Veranstaltungsort! Senatssaal der TU Bergakademie Freiberg, Akademiestraße 6, Eintritt frei.

Der Schutz vor Hochwässern in der Silberstadt steht im Mittelpunkt des nächsten Freiberger Kolloquiums. Am Donnerstag, dem 11. Oktober, spricht im Senatssaal der TU Bergakademie Freiberg auf der Akademiestraße 6 Rolf Rothermundt von der Stadtverwaltung über die Lehren, die aus dem Jahrhunderthochwasser 2002 gezogen wurden. Der Diplom-Ingenieur präsentiert ab 19.30 Uhr das Konzept, das die Stadt entwickelte, um vor den Gefahren von Überschwemmungen gewappnet zu sein.

Als es vor zehn Jahren nach intensiven Regenfällen im ganzen Erzgebirgsraum zu verheerenden Überschwemmungen kam, standen auch Ortsteile von Freiberg unter Wasser. „Zum Glück blieb das Stadtgebiet weitestgehend verschont, da das Wasser bei Zug über einen Einbruch in der Erdoberfläche, der durch einstürzende Bergwerksstollen verursacht wurde, abfließen konnte“, berichtet Rolf Rothermundt vom Sachgebiet Straßen-, Brücken- und Gewässerbau der Stadtverwaltung. Im Freiberger Kolloquium stellt der Diplom-Ingenieur die Maßnahmen vor, die die Silberstadt getroffen hat, um den Hochwasserschutz zu verbessern.

So werden mittlerweile die Gewässer bei starken Niederschlägen gezielt beobachtet und Vorkehrungen getroffen, um Informationen schnell an die zuständigen Personen und die Anlieger weiterzuleiten. Für den Münzbach entwickelte die Stadtverwaltung ein eigenes Konzept zum Schutz vor Hochwasser. Die Herangehensweise bei der Erstellung des Plans, die gesammelten Erfahrungen und die Besonderheiten des Münzbaches wird Rolf Rothermundt in seinem Vortrag erläutern. Der Eintritt ist frei, eine Voranmeldung ist nicht notwendig. Weitere Information gibt es an der Infotheke der terra mineralia unter der Telefonnummer 03731 39 4654 oder unter der E-Mail-Adresse fuehrungen@terra-mineralia.de Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. .

Donnerstag, 14. Juni 2012, 19:30 Uhr

"Mehr Sein als Schein – von echten und unechten Marmoren in Deutschland"

Dr. Wolfgang Reimer, Dresden

111. Freiberger Kolloquium, Achtung! Neuer Veranstaltungsort: Senatssaal der TU Bergakademie Freiberg, Akademiestraße 6, Eintritt frei.

Marmor findet sich in Deutschland häufiger als angenommen. Doch die im mineralogischen Sinne echten Marmore, also kristalline Karbonatgesteine, fanden aufgrund der recht kleinen Vorkommen nur in geringem Maße als Werkstein Verwendung. Ihre Hochzeit ist besonders der Repräsentationsbau in der Renaissance und des Barock, bei dem der Kostendruck italienischer Importware Veranlassung zur Erkundung eigener Vorkommen gab. Viele dieser Vorkommen dienten lange vor ihrer Entdeckung als bildhauerisch nutzbarer Werkstein zur Gewinnung von Dünge- und Mörtelkalk und als Flußmittel in der Metallurgie. Vor allem den Sächsischen Kurfürsten ist es zu verdanken, dass recht typvolle, heute nicht mehr existierende Marmore aus heimischen Brüchen verbaut wurden.
In weit größerem Maße trifft das auch bundesweit für die unechten Marmore zu, die zwar mineralogisch nicht als Marmor angesprochen werden können, äußerlich aber doch diesen stark ähneln. Diese "Unechten" sind im weitesten Sinne polierfähige Gesteine, bei denen der Begriff Marmor sich als Handelsname eingebürgert hat. Sie finden bis in die jüngste Zeit in Kunst- und Gewerbebau Verwendung. Ihre dekorative Vielfalt ist überraschend groß. Sie geben Zeugnis einer florierenden Natursteinindustrie, die bis weit nach dem Krieg vielen Menschen Arbeit und Freude schenkte.

Der Vortrag nimmt Sie mit auf eine Reise durch Deutschland zu den wichtigsten Zentren alter und neuer Marmorgewinnung in beiderlei Sinn und zu Bauwerken, bei denen nicht selten mehr Schein als Sein zugrunde liegt.

Donnerstag, 31. Mai 2012, 19:30 Uhr

"Neue archäologische Erkenntnisse in Freiberg"

Dr. Thomas Westphalen, Landesamt für Archäologie, Dresden

110. Freiberger Kolloquium, Achtung! Neuer Veranstaltungsort: Senatssaal der TU Bergakademie Freiberg, Akademiestraße 6, Eintritt frei.

Das Baugeschehen in der Freiberger Innenstadt war in den vergangenen Jahren auch immer wieder mit umfangreichen Ausgrabungen verbunden. Ob der Garagenbau in der Fischerstraße, der Umbau des Schlosses Freudenstein zur Mineralienausstellung bzw. Archiv oder jetzt der geplante Neubau eines Hörsaales im zukünftigen Schlossplatzquartier - vor den Baggern kommen die Archäologen. In seinem Vortrag wird Herr Dr. Westphalen die Ergebnisse der jüngsten Freiberger Grabungen vorstellen.

Donnerstag, 19. April 2012, 19:30 Uhr

"Radiesthäsie – Erdstrahlung, Wünschelrute und Geophysik"

Prof. Dr. Friedrich H. Balck, TU Clausthal-Zellerfeld

109. Freiberger Kolloquium, Vortragssaal der terra mineralia, Schloss Freudenstein, Eintritt frei.

Friedrich Balck ist Professor am Institut für Physik und Physikalische Technologien in Clausthal-Zellerfeld. Er untersucht seit vielen Jahren bestimmte Wahrnehmungen in der Natur und Einflüsse auf den Menschen, die bisher durch die Wissenschaft nicht begründet werden konnten. Einige Menschen haben erstaunliche Fähigkeiten in der Wahrnehmung entwickelt und auch trainiert. Dies wird aber von der klassischen Wissenschaft abgelehnt oder als Einbildung angesehen.

Der Mensch verfügt als hochsensibler biologischer Sensor über große bisher nicht ausgelotete Fähigkeiten. Die in der Radiästhesie, der Lehre von den Strahlenwirkungen auf den Organismus, beobachteten Phänomene könnten aber ein Schlüssel für die Forschung an der Erweiterung und Vervollständigung unseres Weltbildes sein. Es ist also mehr als „schwarze Magie“, wie sie durch Scharlatane missbraucht wird. Bei Tieren und Pflanzen wissen wir, dass feinste Wahrnehmungen erhalten geblieben sind. Wir staunen über die Zielorientierung im Vogelzug oder bei Brieftauben, über das Aufsuchen von Laichgebieten der Fische, der Vorahnung von Erdbeben und Unwetterkatastrophen. Wir wissen über das Ausrichten der Pflanzen in den uns bekannten physikalischen Feldern und bewundern Veränderungen, die wir durch Messgeräte nicht nachweisen können.

Tiere nehmen auch die Stimmungslage von uns Menschen auf, sie ahnen, wenn etwas Unangenehmes auf sie zukommt. Über Vielerlei dieser „Naturwunder“ wird in den Medien berichtet und meist kann auch durch die Wissenschaft eine Begründung gefunden werden. Nun gibt es aber offensichtlich in der Natur und so auch beim Menschen an verschiedenen Orten Änderungen im Empfinden, die weder mit elektromagnetischen, akustischen oder thermischen Effekten im üblichen Sinne zu erklären sind. Mit diesem Phänomen beschäftigt sich die Radiästhesie im eigentlichen Sinne. Sie wird etwas leichtfertig als „wissenschaftlicher Unfug“ abgetan. Es wird aber dabei vergessen, dass in den Anfängen die Naturwissenschaft auf vielerlei Beobachtungen angewiesen war.

Der Naturforscher hat beobachtet, untersucht, verglichen und nach Bestätigung gesucht. Heute scheint alles anders zu sein, denn es gibt für fast alles Messgeräte, denen man vertraut. Das Ausnutzen der natürlichen Sinne für Forschungszwecke ist eher in den Hintergrund gedrängt. Man braucht in der Wissenschaft aber auch „Spinner“ sonst geht jede Kreativität verloren und der Zugang zu neuen Ideen und Erkenntnissen bleibt verschlossen. Was waren das für kühne Ideen zu behaupten, dass wir mit dem Licht aus dem Weltall in die Vergangenheit blicken oder das Gravitationsfeld eine Krümmung des Raumes abbildet! Zu Isaak Newton‘s Zeiten wäre man mit dieser Behauptung sicher im Irrenhaus gelandet. Nun gehen wir noch einen Schritt weiter und vermuten, wie einige renommierte Wissenschaftler auch, dass es in der Natur und offensichtlich beim Menschen ebenfalls, Erscheinungen und Wahrnehmungen gibt, die bisher noch nicht durch Geräte mit "objektiver" Beobach-tung bestätigt werden konnten. Oft zitierte Beispiele sind die Wassersuche oder das Auffinden von Erzgängen. Ebenso gehört die Fähigkeit zur Suche nach einem guten Schlafplatz zu den Ausbildungsaufgaben eines angehenden Rutengängers. Ein radiästhetisches Gerät (Rute) ist aber nicht unbedingt erforderlich. Es gibt Personen, die auch ohne Hilfsmittel arbeiten und unterschiedlich spürbare Qualitäten von Plätzen bestimmen können. Laborexperimente mit künstlichen "Wasseradern" zeigen, dass Wechselwirkungen von fließendem Wasser und kleinsten magnetischen Wechselfeldern existieren. Die Wirkungen lassen sich in den Gehirnströmen von Probanden nachweisen. Mit einer Wasserspule und einem stromdurchflossenen Leitungsdraht lassen sich spürbare Effekte von fließendem Wasser und elektrischem Strom erzeugen. Der Einfluss auf Menschen lässt sich in den Gehirnströmen (EEG) objektiv messen. Über die „sonderbaren“ physikalischen und chemischen Eigen-schaften von Wasser ist schon viel und oft geschrieben worden. Ein Grund könnte sein, dass der Baustein Wasserstoff als leichtestes, kleinstes und am häufigsten vorkommendes Element im bekannten Weltall am ehesten, von für uns noch unbekannter Materie, beeinflussbar wäre. Mit radiästhetischen Fähigkeiten lassen sich offensichtlich auch Strukturen, sogenannte Psi-Tracks, von bisher nicht bekannten physikalischen Effekten finden.

Das wären starke Hinweise auf unsichtbare, "feinstoffliche" Materie, nach der die Wissenschaft im schweizerischen Kernforschungszentrum als „Gottes-Partikel“ sucht, um auch die Existenz von „Dunkler Materie“ oder die Gewichtsveränderungen bei einer Sonnenfinsternis zu erklären. Das sind Beobachtungen, die sich bisher einer klassischen Argumentation entziehen. Warum sollte deshalb die „Dunkle Materie“ nicht auch auf der Erde zu finden sein?

Freuen Sie sich auf einen spannenden Vortrags- und Diskussionsabend mit Friedrich Balck.

Donnerstag, 22. März 2012, 19:30 Uhr

"Bergleute gehen um in Bad Schlema - Die Rekonstruktion des historischen Markus-Semmler-Stollns"

Dr.-Ing. Stefan Mann, Geschäftsführer der Wismut GmbH, Chemnitz

108. Freiberger Kolloquium, Vortragssaal der terra mineralia, Schloss Freudenstein, Eintritt frei.

Dr.-Ing. Stefan Mann ist seit 2008 als Technischer Geschäftsführer der bundeseigenen Wismut GmbH verantwortlich für die Sanierungsarbeiten an den Hinterlassenschaften des sächsisch-thüringischen Uranbergbaus. Zu diesem Aufgabengebiet zählt auch die Verwahrung des Grubengebäudes Schlema-Alberoda, der ehemals größten Uranlagerstätte Sachsens.
Einen wichtigen Teilaspekt der Sanierungsarbeiten im Grubenfeld bildet die Herstellung langzeitstabiler Abflussverhältnisse für die anfallenden Grubenwässer. Für den speziellen Fall der Wässer aus dem Schneeberger Revier wird derzeit eine nachhaltige Entwässerungslösung geschaffen. Aufgrund der bergbaubedingten Schäden am historischen Markus-Semmler-Stolln ist eine schadlose Durchleitung dieser Wässer durch das Oberschlemaer Grubenfeld nicht mehr gegeben, so dass mit einer speziellen Umfahrung des Deformationsbereiches mit dem „Südumbuch“ der freie Abfluss wieder ermöglicht wird.

Ausgehend von der Geschichte des Markus-Semmler-Stollns wird seine Bedeutung für das Schneeberg-Schlemaer Revier umrissen. Inhalt des Vortrages ist dabei auch die Rolle des Stollns bei der Entwicklung des Radiumbades Oberschlema und des Uranbergbaus nach 1945.
Die Entwicklung des Umfahrungsprojektes „Südumbruch“ wird von der Variantenbetrachtung über die Projektierung und das Genehmigungsverfahren bis hin zu den Erfahrungen der ersten Monate nachvollzogen.

Donnerstag, 16. Februar 2012, 19:30 Uhr

"Vom globalen Rohstoff-Boom zum Berggeschrey in Sachsen"

Prof. Dr. Bernhard Cramer, Sächsisches Oberbergamt Freiberg

107. Freiberger Kolloquium, Vortragssaal der terra mineralia, Schloss Freudenstein, Eintritt frei.

Die weltweite wirtschaftliche Entwicklung der letzten Jahre hat zu einer gestiegenen Nachfrage an mineralischen Rohstoffen geführt. Neben klassischen Industriemetallen sind dabei auch eine Reihe von Hightech-Metalle in den Fokus gerückt. Neu entstandene Industriezweige haben einen stark steigenden Bedarf an diesen Mineralien. Die Gewinnung und Aufbereitung von Rohstoffen steht deshalb vor neuen Herausforderungen. Diese Entwick-lungen haben dazu geführt, dass auch die sächsischen Erz- und Spatvorkommen wieder auf das Interesse von Bergbau- und Rohstoffwirtschaft stoßen. Damit wurde das vierte Berggeschrey in Sachsen ausgelöst.

Prof. Dr. Bernhard Cramer hat lange Jahre in der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe und seit 2010 in der Deutschen Rohstoffagentur die weltweiten Entwicklungen des Bergbaus und der Rohstoffwirtschaft analysiert. Seit dem 1. Dezember 2011 ist Prof. Cramer sächsischer Oberberghauptmann und leitet das Sächsische Oberbergamt in Freiberg. Mit seinem Vortrag schlägt er die Brücke zwischen seinen früheren Aktivitäten zum globalen Rohstoffboom und den aktuellen Herausforderungen des Berggeschreys in Sachsen.

Donnerstag, 26. Januar 2012, 19:30 Uhr

UNESCO-Projekt „Montanregion Erzgebirge" ist Thema der Vortragsreihe „Freiberger Kolloquium"

Prof. Dr. Helmuth Albrecht, TU Bergakademie Freiberg

106. Freiberger Kolloquium, Vortragssaal der terra mineralia, Schloss Freudenstein, Eintritt frei.

Auch 2012 setzt die terra mineralia, eine Dauerausstellung der TU Bergakademie Freiberg, mit ihren Partnern das Freiberger Kolloquium mit Vorträgen fort. Die Auftaktveranstaltung am Donnerstag, den 26. Januar 2012 um 19:30 Uhr widmet sich dem UNESCO-Welterbeprojekt „Montanregion Erzgebirge". Referent Prof. Dr. Helmuth Albrecht, Leiter der Projektgruppe an der TU Bergakademie, sagt: „Das Erzgebirge beiderseits der deutsch-tschechischen Grenze ist eine einzigartige Kulturlandschaft, die untrennbar mit dem Bergbau verbunden ist, der ökonomisch und technologisch für Jahrhunderte den innovativsten und wichtigsten Gewerbezweig Sachsens bildete. Die Zeugnisse dieser heute noch lebendigen Geschichte sind auf vielfältige Weise erlebbar in den über- und untertägigen Montandenkmälern, den Montanlandschaften, den Bergstädten und Siedlungen sowie in den lebendigen Traditionen der Erzgebirgler." Im Rahmen des Vortrags wird das in seiner letzten Vorbereitungsphase befindliche Welterbe-Projekt Montanregion Erzgebirge vorgestellt. Dabei geht es unter anderem um die Begründung des einmalig universellen Wertes der montanen Kulturlandschaft Erzgebirge für das Welterbe, um den besonderen, weltweit bislang einmaligen Weg zur Realisierung sowie um den aktuellen Stand dieses für die gesamte Region wichtigen Projekts.