Sonderausstellung 2014

"Foraminiferen: Kleine Baumeister im Ozean"

19. September - 30. November 2014

Sie beeinflussen maßgeblich das Weltklima, sie helfen uns, Erdöl zu finden, sie können  Minerale bauen, ganze Gebirgsteile bestehen aus ihnen und sie kommen auch in den ägyptischen Pyramiden vor! Sie sind aber winzig klein, manchmal ist ihre Form mit bloßem Auge nicht zu erkennen. Ihre ganze Schönheit entfalten sie erst unter dem Mikroskop – es ist die Rede von Foraminiferen. Den meisten von uns sind sie kaum oder gar nicht bekannt, aber ohne sie würde einiges auf unserem Planeten nicht funktionieren.  

Ihre Schönheit ist verblüffend, ihre Formen nahezu perfekt und ideal, die Vielfalt der Erscheinungen unbegrenzt: Kleine, in sich verdrehte, tuben- oder schneckenförmige, kugelige, strahlige oder sternengleiche Körper. Ihre filigrane Erscheinung ist faszinierend, sie selbst sind Kunstwerke der Natur. Ihre Gestalt könnte eine Inspirations-quelle für „utopische“ Architektur oder Raumschiffe sein. Diese faszinierenden Mikroorganismen kommen hauptsächlich in den Meeren vor, sie sind auch die Kalk-Hauptproduzenten auf unserem Planeten, daher der Name „Kleine Baumeister im Ozean“.

Die neue Sonderausstellung der terra mineralia, wissenschaftlich begleitet vom Bereich Mikropaläontologie an der TU Bergakademie Freiberg, möchte alle Altersgruppen, vor allem aber bereits Kinder für Natur und Wissenschaft begeistern. Sie möchte zeigen, dass Etwas, was wir in unserem Alltag überhaupt nicht wahrnehmen, eine große Rolle in unserem Leben spielt. Ohne sie wäre die Suche nach Erdöl viel mühsamer und vor allem teurer, der Kohlenstoff-kreislauf würde durcheinandergeraten und die Erde hätte weniger Gebirge.  

Die neue Schau ist interaktiv angelegt, bereits die kleinen Besucher sind aufgefordert, die Foraminiferen und deren Umfeld genau zu erkunden: Wo kommen sie vor? Wie sehen sie aus? Seit wann gibt es sie überhaupt? Was genau bewirken sie? Kann man sie selbst finden und sammeln? Verschiedene Mikroskopier- und Mitmach-stationen, bei denen sie die einzelligen Organismen kennen lernen, bringen den Besuchern die faszinierende Welt der kleinen Lebewesen näher. Ein Aquarium, das Modell einer Riesen-Foraminifere, ein Brettspiel, Bohrkerne und Bohrkronen, Gesteine, Minerale, eine Präparierstation, 3D-Bilder sowie Sandproben aus der ganzen Welt lassen uns förmlich eintauchen in eine entdeckungsreiche Welt der Kammerlinge, wie sie auch genannt werden.

An der Ausstellung haben Geologie begeisterte Kinder mitgearbeitet – sie haben die Hauptexponate beigesteuert. Es handelt sich um das Projekt „MuseobilBOXEN“ (Museum zum Selbermachen), das vom Bundesverband Museumspädagogik e.V. inhaltlich begleitet und vom Bundesministerium für Bildung und Forschung finanziell unterstützt wird. In jeder der MuseobilBOXEN haben die Kinder eine Foraminifere in ihrem Umfeld dargestellt.

Besucher erschließen sich die Welt der Foraminiferen anhand einer populärwissenschaftlichen und spannenden Begleitbroschüre. Zu den Förderern und Unterstützern der Ausstellung zählen neben dem von Prof. Dr. Olaf Elicki geleiteten Bereich der Mikro-paläontologie der Freiberger Universität der Verein der Freunde und Förderer der TU Bergakademie Freiberg sowie das Projekt Foraminifera.eu.

Die Ausstellung ist geöffnet von Mo – Fr 10:00 – 17:00 Uhr, am Wochenende und an Feiertagen bis 18:00 Uhr. Die Eintrittspreise für Erwachsene belaufen sich auf 3,50 Euro, Kinder bezahlen 2,50 Euro, Schüler- und Studentengruppen 2,00 Euro.

30. Juni 2014

Kinder gestalten eine Sonderausstellung zu Einzellern in der terra mineralia

Grundschüler der Georgius Agricola Schule in Freiberg, der Patenschule der TU Bergakademie Freiberg, gestalten die neue Sonderausstellung in der terra mineralia mit. Am 30. Juni werden die rund 15 Kinder ihren selbst hergestellten „Exponaten“ den letzten Schliff gegeben.

Das Thema der Sonderausstellung, die im September eröffnet wird, sind Foraminiferen – das sind winzig kleine Lebewesen, die hauptsächlich im Wasser leben und durch ihr einzigartiges Äußeres bestechen – wunderschöne in sich verdrehte, tuben- oder schneckenförmige, kugelige, strahlige oder sternengleiche Körper. Foraminiferen sind aber weder Pflanzen, Tiere, Pilze. Seit Januar 2014 haben sich die Schüler mit den faszinierenden Einzellern beschäftigt und dazu flaschen- und fußballgroße Plastiken der mikroskopischen Einzeller angefertigt. Jede Foraminifere wurde von den Kindern in eine schön gestaltete Box gestellt – in die Museobilbox.

Neben der kreativen Arbeit erfuhren die Schüler auch viel zu den nützlichen Einzellern:  Wo und wie leben sie? Wie sieht deren Umgebung aus? Wieso sind sie so nützlich für unser Klima und für die Ozeane, in denen sie leben? Unterstützt wurde dieses Projekt vom Förderprogramm "Museobilbox - Kultur macht stark!“ des Bundesverbandes  Museumspädagogik e.V.. Ziel ist es, Kinder mit der Arbeit im Museum vertraut zu machen.

Foraminiferen bilden die Grundlage für die Gesteinsbildung und Mineralisierung. Über den Prozess der Biomineralisation scheiden sie Minerale wie beispielsweise Calcit aus. Die Sonderausstellung wird zudem ein mannshohes, begehbares Modell einer Foraminifere und eine Präparierstation, Handstücke von Gesteinen sowie Exponate von Mineralen, große Leinwände von Bildern der Kleinstlebewesen und Videoanimationen zeigen, die den Besucher eintauchen lassen in die Welt unter Wasser – dem Lebensraum der Einzeller.

Die Ausstellung wird wissenschaftlich unterstützt von Prof. Dr. Olaf Elicki, Professor für Mikropaläontologie an der TU Bergakademie Freiberg. Ideengeber der Ausstellung ist das Foraminifera.eu-Projekt. Das Foraminifera.eu Projekt von Michael Hesemann besteht im Kern aus einer Gruppe engagierter Laien aus Hamburg (www.foraminifera.eu). Ziel ist es, die Beschäftigung mit Foraminiferen zu fördern. Rund 110 Institutionen, Wissenschaftler und Amateure unterstützen das Foraminifera.eu-Projekt mit ihrem Wissen, Proben und mikroskopischen Bildern.