Sonderausstellung 2013

"Kostbare Ei-Kreationen"

15. März - 12. Mai 2013

Granat, Rubin, Diamant, Aquamarin, Bergkristall, Turmalin, Lapis-Lazuli, Amethyst, Opal, Aventurin… dies sind nur einige Edelsteine, aus denen die atemberaubend schönen und unschätzbar wertvollen Ei-Kreationen von Manfred Wild aus der Edelsteinregion Idar-Oberstein kunstvoll herausgearbeitet sind. Ein Höchstmaß an handwerklichem  Können und ausgeprägter Sinn für witzige Details, ist das, was diese Arbeiten so besonders machen und warum sie heute in vielen bedeutenden Museen und Privatsammlungen dieser Welt zu bewundern sind.

Die Kunstwerke gelangen über international namhafte Juweliere an die nobelsten Adressen rund um den  Globus. In rund 40 Jahren hat Manfred Wild bislang drei Mal so viele Ei-Kreationen geschaffen wie der russische Hofjuwelier Carl Fabergé, der in seiner Goldschmiedewerkstatt die legendären 56 „kaiserlichen Ostereier“ angefertigt hatte. Passend zu Ostern werden ausgewählte Ei-Kreationen des Edelstein-Künstlers Manfred Wild der großen Öffentlichkeit in der terra mineralia präsentiert.

Siddharta-Ei

Siddharta – das mutet fremdländisch an und führt ins 6. Jahrhundert vor Christus zu jenem indischen Prinzen, der beschloss, sein Leben als Asket in Meditation zu verbringen. Er wurde damit zu Buddha – dem Erleuchteten, dem Begründer der Weltreligion des Buddhismus.

Manfred Wild hat das Wagnis unternommen, Siddharta in Gold und edle Steine zu formen, ihn in hoher künstlerischer Meisterschaft zu verewigen und damit eine seiner bedeutendsten Ei-Kreationen geschaffen.

Maße: Höhe 660 mm, Sockel-Platte 280 x 280 mm, Gewicht 25,94 kg; insgesamt wurden 948 Brillanten (21,2 Carat) und 4061 g Gelb- und Weißgold verarbeitet.

"Die kostbaren Ei-Kreationen von Manfred Wild"

Das Ei, von symbolischer Kraft gezeichnet, verkörpert seit jeher das Ursprüngliche, biologisch Vollkommene, auch Fruchtbarkeit, Auferstehung, den Fortbestand der Seele. Und die weiße Farbe der Schale steht für Reinheit und Vollkommenheit. Für das Christentum wurde deshalb das Osterei zum Auferstehungssymbol, zur Quelle erwachenden Lebens der Pflanzen- und Tierwelt. So auch das antike Symbolon - ein in zwei Teile auseinander-gebrochener Gegenstand, der des Zusammenfügens bedurfte, um seine Bedeutung wieder-zugewinnen, das Getrennte wieder zu vereinen. Möglicherweise war dies für den berühmten Hofjuwelier Peter Carl FabergéInspiration und Anlass, seine Schmuck- und Kunstobjekte in Form filigraner Eier zu gestalten. Der russische Juwelier übernahm 1870 in St. Petersburg die Werkstatt seines Vaters, nachdem er als Jugendlicher mehrere Jahre mit seinen Eltern in Dresden gelebt und in Frankfurt, Florenz und Paris kosmopolitische Bildung und Kunstverständnis erworben hatte. 1885 erhielt er für seine Arbeiten von Zar Alexander III. (1881 - 1894) den Titel eines kaiserlichen Hofgoldschmiedes. Die Tradition, dass der Zar seiner Familie zum orthodoxen Osterfest Fabergé-Eier schenkte, währte bis 1916. Insgesamt wurden 56 kunstvolle Eier und mehrere Hundert Preziosen hergestellt – ein letztes Aufleuchten der glanzvollen Welt der russischen Zaren vor der Oktoberrevolution.

Dass Derartiges auch noch heute im deutschen Edelsteinzentrum der Region Idar-Oberstein möglich ist, hat ein Künstler unter Beweis gestellt, dessen Kunstwerke mittlerweile weltbekannt sind: Manfred Wild. Der in Kirschweiler geborene Edelsteinkaufmann, autodidaktisch in den Bereichen Kunst, Gravieren, Schleifen und Goldschmieden weitergebildet, übernahm 1970 zusammen mit seiner Ehefrau Ute die renommierte Achatschleiferei Emil Becker. Er entwickelte diese - weg vom reinen Schleifbetrieb - zu einer der angesehensten Edelsteinschleifereien der Welt. Die Begeisterung für Edelsteine erschöpfte sich allerdings nicht in der Routinearbeit des Schleifens, sondern nahm den Weg ins Künstlerische.

Bereits Mitte der 60er-Jahre hatte er aus einer Bergkristall-Druse, die er als Jugendlicher im Fischbacher Steinbruch unweit von Idar-Oberstein gefunden hatte, sein erstes Edelsteinobjekt, eine Eisbärmutter mit Kind, gefertigt. Seither hat er sich an die Spitze vorgearbeitet und zählt heute zu den „Top 3“ der Branche. „Es ist der Reiz des Machbaren, der mich angetrieben hat und antreibt. Ich teste Grenzen gern bis zum Äußersten aus, das ist für mich eine Art Spiel.“ Dass ihm dafür die gesamte Edelsteinwelt zur Verfügung steht und er diese in all ihren Facetten auszureizen weiß, ist nicht nur ein Segen, sondern auch das Tor zu grenzenloser Kunst.

Wilds Edelsteinobjekte – Dosen, Parfumflakons, Figürliches und Tiere, insbesondere aber die täuschend echt nachgearbeiteten Blumenstillleben und Ei-Kreationen, von denen inzwischen mehr als 150 existieren – haben ihren Platz in Privatsammlungen, Königshäusern und Sultanspalästen wie auch in Museen der ganzen Welt gefunden. Mit einer repräsentativen Auswahl an Ei-Kreationen in der terra mineralia zu Gast zu sein, ehrt beide – Manfred Wild und die TU Bergakademie Freiberg.

Blumenkorb-Ei

Das aus Bergkristall geformte Blumenkorb-Ei, das auf einer goldgefassten Platte aus Aventurin ruht, lässt sich mit einer Turmalin-Schließe verriegeln. Verzaubert wird man vor allem von dem Blumen-Arrangement, das in einem handgeflochtenen Blumenkörbchen aus 18-karätigem Gold Platz gefunden hat: Blüten aus rosa Turmalin und Aquamarin, besetzt mit Brillanten und fixiert an goldenen Stängeln machen sich gegenseitig den Rang in der Schönheitskonkurrenz streitig. Auch für den Mittelteil wurden Turmaline und Berylle ausgewählt, sie tragen aber zur Zierde in der Mitte kleine Zuchtperlen.

Maße: Höhe 20 cm, Sockel 125 x 125 mm, Höhe 265 mm, Gewicht 1628 g; Arbeitszeit: ca. 280 Stunden.