Frag den Wissenschaftler!

Mit einem echten Wissenschaftler ins Gespräch kommen? Kein Problem! Die Wanderausstellung „Vielfalt zählt! Eine Expedition durch die Biodiversität“ macht es möglich. Immer dienstags um 17 Uhr und samstags um 16 Uhr warten die Wissenschaftler auf interessierte Besucher.

Die Wissenschaftler kommen von der TU Bergakademie Freiberg aus dem Bereich der Geowissenschaften und des Bergbaus. So beschäftigen sich die wissenschaftlichen Taucher mit der Versauerung der Ozeane, Lagerstättenkundler mit den Rohstoffen aus der Tiefsee, Geoökologen mit der Rekultivierung von Bergbauhalden oder Biologen mit den besonderen Tieren und Pflanzen, die in den Bergbaulandschaften ihre Heimat gefunden haben.

Das Programm beginnt in der Sonderausstellung „Vielfalt zählt!“ mit einem kurzen Impulsvortrag. Dabei zeigt und erklärt der Wissenschaftler einen Themenbereich der Ausstellung und setzt ihn in Bezug zu seinen aktuellen Forschungen. Je nach Thema bringt der Wissenschaftler in das Mitmach-Labor „Forschungsreise“ passende Handstücke und Proben mit, die von den Besuchern unter dem Mikroskop betrachtet werden können. Oder er zeigt kurze Filmbeiträge und Fotos. Das Angebot ist dialogisch angelegt: Es soll zum Fragenstellen anregen und zu spannenden Diskussionen in der Gruppe führen. Daher sind die Teilnehmer eingeladen, aktiv mitzumachen, sich zu beteiligen, zu diskutieren und ihre Erfahrungen einzubringen.

Begleiten Sie am 23. und 27. Oktober Wissenschaftler des „Scientific Diving Center" der TU Bergakademie Freiberg zu einer Expedition zum Unterseevulkan Panarea (Italien). Dort untersuchen die Wissenschaftler ein ca. vier Quadratkilometer großes Gebiet, das durch submarine vulkanische Kohlendioxid-Gasaustritte massiv versauert ist. Dieses Gebiet gibt die Möglichkeit, den Einfluss von Kohlendioxid auf Meerwasser und die marine Biodiversität in einem Naturlabor zu erforschen. Dazu gehören neben ganz normalen Meerestieren u.a. auch autotrophe Bakterien an den bis zu 130°C heißen, schwefelhaltigen Fluidaustritten. Aber der submarine Vulkan Panarea zwischen Stromboli und Vulcano bietet noch viele andere spannende wissenschaftliche Aspekte …

Das Programm „Frag den Wissenschaftler!“ findet ab dem 23. Oktober 2018 immer dienstags um 17 Uhr und samstags um 16 Uhr statt. Zusätzliche Termine sind für Schulklassen individuell buchbar.

Wichtige Informationen auf einen Blick:

Zeitraum:                23. Oktober 2018 bis 19. Januar 2019
                               zusätzliche Termine für Schulklassen sind individuell buchbar
Beginn:                    Di, 17 Uhr und Sa, 16 Uhr
Dauer:                     ca. 90 Minuten
Alter:                       ab 14 Jahre
Eintrittspreise:         Erwachsene 3 Euro, Kinder 2 Euro, keine Zusatzkosten

Themen:

23. und 27.10.:
„Biodiversität in einem sauren Ozean“
(Prof. Broder Merkel/Dr. Thomas Grab)

Begleiten Sie am 23. und 27. Oktober Wissenschaftler des „Scientific Diving Center" der TU Bergakademie Freiberg zu einer Expedition zum Unterseevulkan Panarea (Italien). Dort untersuchen die Wissenschaftler ein ca. vier Quadratkilometer großes Gebiet, das durch submarine vulkanische Kohlendioxid-Gasaustritte massiv versauert ist. Dieses Gebiet gibt die Möglichkeit, den Einfluss von Kohlendioxid auf Meerwasser und die marine Biodiversität in einem Naturlabor zu erforschen. Dazu gehören neben ganz normalen Meerestieren u.a. auch autotrophe Bakterien an den bis zu 130°C heißen, schwefelhaltigen Fluidaustritten. Aber der submarine Vulkan Panarea zwischen Stromboli und Vulcano bietet noch viele andere spannende wissenschaftliche Aspekte …

30.10. und 3.11.:
„Ich lieb’ dich, ich lieb’ dich nicht, ich … Beziehungsmodelle zwischen Pflanzen und Insekten“
(Dr. Elke Richert/Dr. Roland Achtziger)

6. und 10.11.:
„Pflanzen als Bergleute – die Vielfalt schafft Gewinn“
(Prof. Hermann Heilmeier )

Wertelemente wie Germanium und Seltene Erden, die in der Hochtechnologie stark nachgefragt sind, lassen sich aufgrund der äußerst seltenen Lagerstättenvorkommen kaum auf bergmännische Weise gewinnen. Da sie jedoch in Böden überall vorhanden sind, kann man die Eigenschaft von (Energie-)Pflanzen nutzen, diese Elemente aus dem Boden aufzunehmen und in ihrer Biomasse zu konzentrieren. Wegen der üblicherweise geringen Konzentrationen dieser Elemente in Böden ist eine wissenschaftliche Herausforderung, die Verfügbarkeit der Elemente für die Pflanzen zu erhöhen. Dies kann durch Mischkulturen mehrerer Arten und vor allem eine hohe Diversität an Bakterienarten im Wurzelbereich erreicht werden, deren vielfältige chemische und physiologische Mechanismen das Bodenmilieu positiv beeinflussen und die Wertelemente in Lösung bringen, wie in der Veranstaltung gezeigt wird.

13. und 17.11.:
„Entdecke das Unbekannte oder wie Arten zu ihren Namen kommen“
(Dr. André Günther)

Um Biodiversität zu schützen, muss sie bekannt sein. Seit vielen Jahren beschäftigt sich Dr. André Günther mit der Erforschung tropischer Juwelenlibellen. Diese farbenprächtigen Insekten zeichnen sich durch spektakuläre Droh- und Werbeflüge aus. Die Analyse von Hochgeschwindigkeitsaufnahmen dieser Flugstile ist ein Hilfsmittel, um bislang unbekannte Arten zu entdecken und wissenschaftlich zu beschreiben. Erst wenn eine Art beschrieben ist, kann ihre eventuelle Gefährdung in Roten Listen bewertet werden. Rote Listen sind ein wissenschaftliches Hilfsmittel, um Schwerpunkte im Biodiversitätsschutz zu erkennen und Naturschutzmaßnahmen zu planen.

27.11. und 1.12.:
„Rohstoffe in der Tiefsee – Eine Option für die Zukunft?“
(Prof. Thomas Seifert/Tom Járóka)

4. und 8.12.:
„Fossilien – Zeugnisse der Artenvielfalt in der Erdgeschichte“
(Prof. Thomas Wotte und Prof. Jörg Schneider)

Fossilien sammeln ist nicht nur ein spannendes Hobby, Fossilien sind vor allem auch von wissenschaftlichem Interesse. Die Freiberger Paläontologen untersuchen Fossilien aus marinen und kontinentalen Gesteinsschichten um unter anderem Rückschlüsse auf die Evolution von Organismen zu ziehen, vergangene Lebensräume zu rekonstruieren und Altersdatierungen vorzunehmen. Spannende Fragen, mit denen sich die Wissenschaftler beschäftigen, umfassen beispielsweise die Entstehung höheren Lebens, die Rekonstruktion von Meerwassertemperaturen oder die Eroberung des Festlandes und die daran gekoppelten Spezialisierungen der Organismen.

8. und 12.1.:
„Wasser, Wald und Wiese: historische Naturwahrnehmung in den Unterlagen des Bergarchivs Freiberg“
(Dr. Peter Hoheisel)

Das Bergarchiv Freiberg ist ein Spezialarchiv für die historischen Unterlagen der sächsischen Bergverwaltung und der Montanindustrie. Wasser, Wald und Wiese tauchen in den Archivalien vor allem als Ressourcen auf. Allerdings spielen damit auch Fragen der Ressourcenknappheit, der Ressourcenzerstörung und –erhaltung eine wichtige Rolle. Und auch das, was wir heute als Umweltschutz bezeichnen, lässt sich (unter anderen Begriffen) bereits seit Jahrhunderten in den historischen Bergbauunterlagen finden. Ausgewählte Beispiele verdeutlichen das Spannungsverhältnis zwischen Nutzung und Zerstörung von Wasser, Wald und Wiese in der Vergangenheit.

15. und 19.1.:
"Wann ist ein Wald ein Wald?“
(Prof. Jörg Matschullat)

Am Beispiel des Amazonas Regenwaldes begeben wir uns in die (Ökosystem)Funktionen von Wäldern. Was passiert bei Entwaldung, was passiert bei natürlichen Störungen? Wie reagieren  Boden, Atmosphäre und Biologie auf solche Veränderungen? Wie erreicht die Natur hohe Biodiversität und warum ist das wichtig? Und wirkt ein Wald weit über seine Fläche hinaus? Das sind unsere Themen.