"Die Perle von Sachsen"
in der Mineralogischen Sammlung Deutschland im Krügerhaus

Seit dem 11. Mai können Besucher in der Ausstellung „Mineralogische Sammlung Deutschland“ im Krügerhaus die etwa 240 Kilogramm schwere Fluorit-Stufe bestaunen. Aufgrund ihrer Größe und der einzigartigen Fluorit-Kristalle gilt sie als Sensation und erhielt den Namen „Die Perle von Sachsen“. „Die Fluorit-Stufe ist 110 cm lang, 70 cm breit und 35 cm hoch. Mit diesen Abmessungen gilt sie als die größte Fluorit-Stufe, die seit 50 Jahren in Sachsen geborgen wurde“, erklärt Andreas Massanek, Kustos der Mineralogischen Sammlungen der TU Bergakademie Freiberg.

Gefunden wurde die Stufe am 22. Januar dieses Jahres nach einer Sprengung im Bergwerk der Erzgebirgischen Fluss- und Schwerspatwerke GmbH (EFS) in Niederschlag bei Oberwiesenthal. Die Bergleute des einzigen noch aktiven Flussspat-Bergwerks in Sachsen entdeckten die beeindruckenden Kristalle in einer Kluft, die sie fast übersehen hätten. Der auskristallisierte Hohlraum lag so günstig, dass die Kristalle von der Druckwelle der Detonation nicht beschädigt wurden. So konnte die große Stufe zusammen mit vielen weiteren kleineren Stufen geborgen werden. Die Mineraliensammler Thomas Grütze und Martin Reiber kauften die Stufe von der EFS. „Zu diesem Zeitpunkt war die Fluorit-Stufe noch von einer dicken Schicht Eisenhydroxid überwachsen“, erklärt Martin Reiber. Der Chemie-Student an der TU Bergakademie Freiberg übernahm daraufhin die Reinigungsarbeiten. „Die größte Herausforderung war es, zunächst ein geeignetes Gefäß zu finden und die Stufe dort hineinzubekommen“, so Reiber. Unterstützt wurde er dabei von der Firma Freiberger Siliziumbearbeitung. Mit einem Gabelstapler hoben sie die Stufe in ein großes Reinigungsgefäß. „Das die große Stufe beim Herausheben zusammengeblieben ist,
ist ein Wunder“, freut sich Reiber.

Mittels einer aufwändigen Reinigung wurde die „Rostschicht“ entfernt. Insgesamt drei Durchgänge waren nötig, um die funkelnden Fluorit-Kristalle in einer kräftig gelblich-grünen Farbe sowie die weißen Baryt-Kristalle zum Vorschein zu bringen. Die Mineraliensammler gaben ihr daraufhin den Namen „Die Perle von Sachsen“. Als befristete Leihgabe stellen sie die Stufe der Ausstellung „Mineralogische Sammlung Deutschland“ im Krügerhaus zur Verfügung. „Wir freuen uns, diese einzigartige Stufe bei uns ausstellen zu dürfen und damit der Öffentlichkeit zugänglich zu machen“, erklärt Anna Dziwetzki, Leiterin der terra mineralia. 

Das Krügerhaus, saniert mit Mitteln der Dr.-Erich-Krüger-Stiftung, beherbergt seit Ende 2012 die Ausstellung „Mineralogische Sammlung Deutschland“ und zeigt die 1000 schönsten Minerale von Schleswig-Holstein bis nach Bayern. Die Öffnungszeiten sind Montag – Freitag, 10:00 – 16:00 Uhr und am Wochenende bis 18:00 Uhr. Eine Kombikarte mit der terra mineralia kostet 14 Euro, für Schüler und Studenten 7 Euro.

Luisa Rischer, Pressestelle TU Bergakademie Freiberg

Die TU Bergakademie Freiberg präsentiert im KRÜGERHAUS eine Dauerausstellung mit Mineralen deutscher Fundorte, die die Ausstellung terra mineralia im Schloss Freudenstein krönt. 

Auf Besucher aus nah und fern warten wunderschöne und faszinierende Schätze aus Deutschland: Silberlocken aus Freiberg, Edelsteine aus dem Vogtland, an Blütenblätter Erinnernde Barytstufen aus dem Sauerland, grüne Pyromorphite aus Bad Ems, himbeerfarbene Rhodochrosite aus dem Siegerland, wunderschöner Pyrolusit aus dem Schwarzwald, honiggelbe Fluorite aus der Oberpfalz, große Halitwürfel aus Thüringen sowie filigrane Gipskristalle aus Sachsen-Anhalt.

Dies sind nur einige Glanzstücke, die man seit Oktober 2012 im neu sanierten KRÜGERHAUS bestaunen kann. Nehmen Sie sich Zeit und entdecken Sie in dieser einmaligen Ausstellung die Vielfalt und Schönheit von Mineralen aus ganz Deutschland, vom mineralreichen Sachsen bis ins Saarland, von Schleswig-Holstein bis in die Berge Bayerns.

Woher die Schätze kommen

Einen Schwerpunkt bilden Minerale deutscher Fundorte der berühmten Pohl-Ströher-Mineralienstiftung. Hinzugefügt wurden besondere Mineralstufen aus den Geowissenschaftlichen Sammlungen der TU Bergakademie Freiberg sowie Minerale der 2008 gegründeten universitären Stiftung „Mineralogische Sammlung Deutschland“.

Eine hervorragende Ergänzung erfuhr die neue Ausstellung durch die Leihgabe außergewöhnlicher Stufen privater Mineralsammler. Exquisite Sammlerobjekte zur Ergänzung der hochkarätigen Ausstellung sind immer willkommen, damit diese Ausstellung zukünftig dem Anspruch gerecht wird, eine einmalige Mineralienschau nationalen Charakters zu sein.

Öffnungszeiten

Montag - Freitag 10 - 16 Uhr
(für Schulklassen öffnen wir die Ausstellung gern früher - bitte kontaktieren Sie die Infotheke).
Samstag - Sonntag 10 - 18 Uhr
(auch feiertags)